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Feigenbaum

Feigenbaum (Ficus carica)

Willkommen in der Welt der Feigenbäume! Tauche ein in die faszinierende Welt des Ficus carica und erfahre Insiderwissen über seine Herkunft, Anbau und vielseitige Verwendungsmöglichkeiten.

Alle wichtigen Informationen findest du hier!


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🌳 Feigenbaum (Ficus carica) – Mediterrane Fruchtpracht mit winterharten Sorten

Der Feigenbaum gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und verbindet orientalische Exotik mit erstaunlicher Anpassungsfähigkeit. Mit seiner charakteristisch handförmig gelappten Belaubung und den süßen, nährstoffreichen Früchten bringt er mediterranes Flair direkt in deinen Garten oder auf die Terrasse. Das Besondere: Dank moderner, winterharter Züchtungen wie 'Violetta', 'Brown Turkey' oder 'Dalmatie' gedeihen Feigenbäume heute auch in kühleren Regionen Deutschlands – von milden Weinbaugebieten bis in geschützte Lagen Bayerns. Die robusten Sorten vertragen Temperaturen bis -15 °C bis -20 °C und überstehen auch kalte Winter mit entsprechendem Schutz.

Die Echte Feige ist ein sommergrüner, mehrstämmiger Strauch oder kleiner Baum, der in Kultur typischerweise 2-5 Meter Höhe erreicht. Sein flaches, weitverzweigtes Wurzelsystem erschließt auch trockene Standorte effizient. Anders als tropische Verwandte wie der Gummibaum wirft die Echte Feige im Herbst ihr Laub ab und ruht im Winter. Die birnenförmigen Scheinfrüchte (Syconien) reifen je nach Sorte von grün über violett bis dunkel-braun und schmecken honigsüß mit zarter, essbarer Schale. Besonders praktisch: Die in Europa kultivierten Sorten sind selbstfruchtbar und benötigen keine Bestäubung durch die spezialisierte Feigenwespe – du kannst also auch mit nur einem Baum reichlich ernten.

Perfekt für alle, die einen pflegeleichten Fruchtbaum mit mediterranem Charakter suchen. Feigenbäume sind ausgesprochen genügsam: Sie bevorzugen vollsonnige, warme Standorte und kommen gut mit Trockenheit zurecht. Staunässe vertragen sie allerdings nicht. In der Küche sind Feigen vielseitig einsetzbar – frisch genossen, als Marmelade, getrocknet oder in herzhaften Gerichten mit Ziegenkäse und Schinken. Mit ihrer reichen Geschichte, den gesunden Früchten (reich an Ballaststoffen, Kalium und Antioxidantien) und der robusten Natur sind Feigenbäume eine Bereicherung für jeden Garten und jede Terrasse.

Feigenbaum mit handförmig gelappten Blättern und reifenden Früchten
Der Feigenbaum beeindruckt mit charakteristischen Blättern und süßen, essbaren Früchten – ein mediterraner Klassiker für deinen Garten.

☀️ Standort & Licht

Die Echte Feige stammt ursprünglich aus Vorderasien und dem östlichen Mittelmeerraum, wo sie seit Jahrtausenden als Oasenbaum kultiviert wird. In ihrer natürlichen Heimat – von der Türkei über den Nahen Osten bis nach Nordafrika – wächst sie bei ganzjährig milden bis warmen Temperaturen zwischen 15 und 35 °C. Die Sommer sind heiß und trocken mit Durchschnittstemperaturen um 28-32 °C, während die Winter mild bleiben und selten unter 5 °C fallen. Niederschläge konzentrieren sich auf die kühlere Jahreszeit, die Sommer sind meist regenarm. In dieser mediterranen bis subtropischen Klimazone entwickelt sich die Feige zu einem mehrstämmigen Strauch oder kleinen Baum von 3-6 Metern Höhe. Ihr flaches Wurzelsystem erschließt auch trockene, steinige Böden effizient – eine Anpassung an die kargen Standorte ihrer Heimat.

In ihrer natürlichen Umgebung erhält die Feige täglich 8 bis 12 Stunden direktes, intensives Sonnenlicht. Diese hohe Lichtmenge ist wichtig für die Blüten- und Fruchtbildung sowie für die Entwicklung des charakteristischen honigsüßen Geschmacks. Je mehr Sonne die Feige bekommt, desto aromatischer werden die Früchte und desto zuverlässiger reifen sie aus. Bei ausreichend Licht bildet der Baum kräftige, kompakte Triebe mit großen, handförmig gelappten Blättern. Die intensive Sonneneinstrahlung fördert auch die Photosynthese und damit das Wachstum. Feigen sind ausgesprochene Sonnenanbeter – Halbschatten wird toleriert, führt aber zu deutlich geringerer Fruchtbildung und weniger süßen Früchten.

Für dich bedeutet das einen vollsonnigen, warmen und windgeschützten Standort. Ideal ist eine Südausrichtung an einer Hauswand, die tagsüber Wärme speichert und nachts wieder abgibt – dies verlängert die Vegetationsperiode und fördert die Fruchtreife. Ein Südwest- oder Südostplatz funktioniert ebenfalls gut, solange mindestens 6-8 Stunden direktes Sonnenlicht garantiert sind. In Deutschland eignen sich besonders Weinbauregionen wie die Pfalz, der Kaiserstuhl oder das Rheintal für ausgepflanzte Feigen. In kühleren Regionen empfiehlt sich die Kübelkultur mit frostfreier Überwinterung oder die Wahl besonders winterharter Sorten wie 'Violetta' (bis -18 °C) oder 'Brown Turkey' (bis -15 °C). Der Standort sollte vor kalten Ostwinden geschützt sein, da diese die großen Blätter schädigen und die Verdunstung erhöhen können. Ein geschützter Innenhof, eine sonnige Terrasse oder ein Platz vor einer nach Süden ausgerichteten Mauer sind optimal.

💧 Bewässerung

Wasserbedarf im Sommer: Während der Wachstums- und Fruchtbildungsphase von Mai bis September benötigt die Feige eine gleichmäßige Wasserversorgung. Ausgepflanzte Bäume kommen in der Regel mit natürlichen Niederschlägen aus, bei längeren Trockenperioden solltest du jedoch alle 7-10 Tage durchdringend wässern. Kübelfeigen haben einen höheren Wasserbedarf und müssen je nach Topfgröße, Temperatur und Standort alle 3-5 Tage gegossen werden. Bei großer Hitze kann auch tägliches Gießen nötig sein. Achte darauf, dass die Erde zwischen den Gießvorgängen leicht antrocknen kann – Feigen vertragen kurze Trockenphasen deutlich besser als Staunässe. Das flache Wurzelsystem reagiert empfindlich auf dauerhaft nasse Füße.

Richtig gießen: Gieße bei jedem Durchgang so viel Wasser, dass die Erde bis in tiefere Schichten durchfeuchtet wird. Bei ausgepflanzten Bäumen bedeutet dies 20-30 Liter pro Gießvorgang, bei Kübelpflanzen entsprechend weniger. Oberflächliches Gießen reicht nicht aus, da die Wurzeln dann nur oberflächlich wachsen und die Pflanze anfälliger für Trockenstress wird. Aus den Topflöchern austretendes Wasser ist kein sicherer Indikator für ausreichend feuchte Erde – trockene Erde weist an den Topfrändern oft Hohlräume auf, durch die das Wasser schnell ablaufen kann. Für das Gießen eignet sich Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser. Die Erde sollte zwischen den Gießvorgängen leicht antrocknen, aber nie vollständig austrocknen. Weitere hilfreiche Tipps findest du in unserem umfassenden Bewässerungs-Guide.

Wasserbedarf im Winter: Während der Winterruhe reduziert sich der Wasserbedarf deutlich. Ausgepflanzte Feigen benötigen in der Regel keine zusätzliche Bewässerung, da natürliche Winterniederschläge ausreichen. Bei milden, trockenen Wintern kann gelegentliches Gießen an frostfreien Tagen sinnvoll sein, um die Wurzeln vor dem Austrocknen zu schützen. Kübelfeigen im Winterquartier sollten weiterhin leicht feucht gehalten werden – lass die Erde zwischen den Gießvorgängen etwas stärker antrocknen als im Sommer, aber verhindere vollständiges Austrocknen. Kontrolliere die Erde alle 10-14 Tage und gieße sparsam, wenn sie trocken ist. Im Winter ist Staunässe besonders gefährlich, da sie zu Wurzelfäule führen kann.

🪴 Substrat & Umtopfen

Bester Zeitpunkt zum Umtopfen

Der ideale Zeitpunkt zum Umtopfen ist das zeitige Frühjahr im März oder April, kurz vor dem Austrieb. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Wachstumsphase, und die Pflanze kann schnell neue Wurzeln bilden, um sich im frischen Substrat zu etablieren. Das Umtopfen direkt nach der Winterruhe gibt der Feige die besten Voraussetzungen für eine kräftige Entwicklung in der kommenden Saison. Junge Feigenbäume (1-3 Jahre) sollten jährlich umgetopft werden, ältere Exemplare alle 2-3 Jahre. Bei sehr großen Kübelpflanzen, die sich nicht mehr praktisch umtopfen lassen, reicht es aus, die obersten 5-10 cm Erde auszutauschen und durch frisches Substrat zu ersetzen.

Anzeichen für notwendiges Umtopfen

Du erkennst, dass ein Umtopfen nötig ist, wenn Wurzeln aus den Drainagelöchern wachsen oder die Erde erschöpft und verdichtet wirkt. Weitere Anzeichen sind, dass das Wasser beim Gießen sofort durchläuft ohne richtig einzuziehen, oder dass die Pflanze trotz regelmäßiger Düngung ein verlangsamtes Wachstum zeigt. Auch ein instabiler Topf, der bei Wind leicht umkippt, deutet darauf hin, dass die Wurzeln den gesamten verfügbaren Raum ausgefüllt haben und der Baum kopflastig geworden ist. Bei Kübelfeigen ist regelmäßiges Umtopfen wichtig für Vitalität und Fruchtbildung, da erschöpftes Substrat die Nährstoffaufnahme einschränkt.

Substrat- und Topfwahl

Verwende die Palmenstadl-Palmenerde direkt – sie ist perfekt abgestimmt und kann ohne weitere Mischungen verwendet werden. Optional kannst du den Drainageanteil erhöhen, indem du Lavagranulat, Bims oder Perlite beimischst. Dies verbessert die Durchlässigkeit und verhindert Staunässe, die Feigen nicht vertragen. Der neue Topf sollte 5-10 cm größer im Durchmesser sein als der alte und unbedingt großzügige Drainagelöcher besitzen. Schwere Töpfe aus Terrakotta oder Keramik bieten mehr Standfestigkeit und schützen die Wurzeln besser vor Temperaturschwankungen. Achte darauf, dass das Substrat strukturstabil und gut durchlässig bleibt – Feigen bevorzugen eher trockenere als zu feuchte Bedingungen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Topfe die Pflanze vorsichtig aus und lockere den Wurzelballen leicht auf, ohne die Wurzeln zu stark zu beschädigen. Entferne alte, erschöpfte Erde vorsichtig von den äußeren Wurzeln. Setze die Pflanze in den neuen Topf, sodass die Oberkante des Wurzelballens etwa 3-5 cm unter dem Topfrand liegt – dies erleichtert das Gießen. Fülle mit frischer Erde auf und drücke sie leicht an, um Lufttaschen zu vermeiden. Gieße nach dem Umtopfen durchdringend, sodass die Erde vollständig durchfeuchtet ist. Stelle die Pflanze anschließend an einen halbschattigen Platz, um ihr die Eingewöhnung zu erleichtern, und vermeide direkte Mittagssonne für etwa eine Woche. Danach kann sie wieder an ihren gewohnten sonnigen Standort zurück.

🌿 Düngung

Nährstoffbedarf: Feigenbäume haben während der Wachstumsperiode von April bis September einen moderaten bis hohen Nährstoffbedarf. Sie benötigen vor allem Stickstoff für das Blattwachstum und die Bildung neuer Triebe, Phosphor für die Wurzelentwicklung und Fruchtbildung sowie Kalium für die allgemeine Vitalität und Winterhärte. Besonders wichtig sind auch Spurenelemente wie Magnesium und Eisen. Ein Mangel zeigt sich oft an hellgrünen bis gelben Blättern, verkrüppelten Neutrieben oder ausbleibender Fruchtbildung. Gut versorgte Feigen entwickeln kräftig grüne Blätter, wachsen zügig und setzen reichlich Früchte an.

Düngeroptionen: Du hast mehrere Möglichkeiten, deine Feige optimal zu versorgen. Ein Langzeitdünger mit 6 Monaten Wirkdauer, den du im Frühjahr in die Erde einarbeitest, bietet eine bequeme Lösung für die gesamte Saison. Alternativ kannst du einen Langzeitdünger mit 3 Monaten Wirkdauer verwenden und im Hochsommer (Juli) eine zweite Gabe nachschieben. Wer mehr Kontrolle bevorzugt, greift zu einem löslichen Pflanzendünger, den du während der Wachstumsphase wöchentlich mit dem Gießwasser ausbringst. Im September kann ein kaliumbetonter Herbstdünger die Triebe ausreifen lassen und die Winterhärte verbessern. Bei uns im Shop findest du den richtigen Dünger für deine Feige.

Düngung im Winter: Während der Winterruhe stellt die Feige ihr Wachstum ein und benötigt keine Düngung. Ab Ende September solltest du die Nährstoffzufuhr komplett einstellen, damit die Triebe ausreifen und verholzen können – dies erhöht die Frosthärte deutlich. Eine zu späte Düngung würde weiches, frostanfälliges Gewebe fördern und die Winterhärte reduzieren. Ausgepflanzte Feigen profitieren im Herbst von einer Mulchschicht aus Kompost oder Laub, die langsam Nährstoffe freisetzt und gleichzeitig die Wurzeln schützt. Im Frühjahr startest du die Düngung wieder, sobald die Pflanze austreibt.

🍊 Blüten & Früchte

Reife Feigen am Baum mit typischer violett-brauner Färbung
Reife Feigen – süß, aromatisch und reich an gesunden Nährstoffen.

Die Feige bildet ihre Früchte auf eine besondere Art: Die Blüten sind im Inneren der birnenförmigen Scheinfrucht (Syconium) verborgen und von außen nicht sichtbar. Bei den in Europa kultivierten Sorten wie 'Violetta', 'Brown Turkey' oder 'Dalmatie' handelt es sich um selbstfruchtbare, parthenokarpische Sorten, die ohne Bestäubung Früchte bilden. Die Fruchtentwicklung beginnt im Frühjahr, und je nach Sorte und Witterung reifen die Feigen zwischen Juli und Oktober. Zweifruchtende Sorten wie 'Brown Turkey' produzieren sogar zwei Ernten: eine kleine Frühfrucht-Ernte im Juli an vorjährigen Trieben und eine Haupternte im August/September an diesjährigen Trieben.

Reife Feigen erkennst du daran, dass sie weich werden und bei leichtem Druck nachgeben. Die Schale zeigt oft feine Risse, und am Fruchtauge (Blütenansatz) bildet sich ein kleiner Honigtropfen. Die Farbe variiert je nach Sorte von grün-gelb ('Dalmatie') über kupferbraun ('Brown Turkey') bis dunkelviolett ('Violetta', 'Ronde de Bordeaux'). Frisch geerntete Feigen schmecken honigsüß mit zarter, essbarer Schale und saftigem, körnigem Fruchtfleisch. Sie sind reich an Ballaststoffen (3-4 g pro 100 g), Kalium, Kalzium und Antioxidantien. In der Küche sind Feigen vielseitig: frisch genossen, als Marmelade, getrocknet, in Salaten mit Ziegenkäse oder als Beilage zu herzhaften Gerichten.

❄️ Überwinterung

Feigenbaum im geschützten Winterquartier mit Winterschutz
Ideale Überwinterung mit Schutzmaßnahmen – so überstehen Feigen auch kalte Winter.

Die Überwinterung hängt stark von der gewählten Sorte und deinem regionalen Klima ab. Winterharte Sorten wie 'Violetta' (bis -18 °C), 'Brown Turkey' (bis -15 °C) und 'Dalmatie' (bis -16 °C) können in milden Weinbauregionen und geschützten Lagen ausgepflanzt überwintern. Wähle einen geschützten Standort an einer Südwand, die tagsüber Wärme speichert. In den ersten 2-3 Jahren solltest du auch winterharte Sorten mit Winterschutz versehen: Umwickle den Stamm mit Jutebändern oder Kokosmatten und schütze die Krone mit Vlies oder Noppenfolie. Eine Mulchschicht aus Laub, Rindenmulch oder Stroh (10-15 cm) schützt die Wurzeln vor Frost.

Kübelfeigen sollten frostfrei überwintert werden. Ein heller, kühler Raum bei 0-5 °C ist ideal – zum Beispiel eine Garage mit Fenster, ein unbeheiztes Treppenhaus oder ein Kalthaus. Da Feigen sommergrün sind, werfen sie im Winter ihr Laub ab und benötigen dann nur wenig Licht. Gieße während der Winterruhe sparsam – die Erde sollte leicht feucht bleiben, aber nie nass sein. Detaillierte Informationen zur richtigen Überwinterung findest du in unserem umfassenden Überwinterungs-Guide sowie im speziellen Artikel für winterharte Freilandpflanzen: Winterschutz für ausgepflanzte Exoten.

💨 Luftfeuchtigkeit

Natürliche Bedingungen: In ihrer mediterranen Heimat wächst die Feige bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40-60 % – also eher trocken bis moderat. Die ledrigen Blätter sind an diese Bedingungen angepasst und kommen gut mit trockener Luft zurecht. In unseren Breitengraden ist die Luftfeuchtigkeit im Freien meist ausreichend. Nur im Winterquartier bei Heizungsluft kann es zu trocken werden, was sich in braunen Blatträndern oder erhöhtem Schädlingsbefall (besonders Spinnmilben) zeigen kann.

Maßnahmen im Sommer: Im Freiland reguliert sich die Luftfeuchtigkeit natürlich. Feigen profitieren gelegentlich von einem Abspritzen der Blätter mit Wasser, um Staub zu entfernen und Schädlingen vorzubeugen – am besten morgens, damit die Blätter über den Tag abtrocknen können. Bei ausgepflanzten Bäumen ist dies in der Regel nicht nötig. Kübelfeigen auf überdachten Terrassen kannst du bei heißem, trockenem Wetter gelegentlich besprühen, dies reduziert auch die Gefahr von Spinnmilben.

Maßnahmen im Winter: Im Winterquartier ist die Luftfeuchtigkeit selten ein großes Thema, da die Feige ihr Laub abwirft und in Winterruhe geht. Solltest du die Pflanze in einem beheizten Raum überwintern müssen, stelle Wasserschalen auf oder in die Nähe der Pflanze. Wichtiger ist regelmäßiges Lüften an milden Tagen, um die Luft auszutauschen und Schimmelbildung vorzubeugen. Achte darauf, dass das Laub im Herbst vollständig abfällt und entferne es aus dem Topf, um Fäulnis zu vermeiden.

🐛 Schädlinge & Krankheiten

Gesunde Feigenblätter bei der regelmäßigen Kontrolle auf Schädlinge
Regelmäßige Kontrolle der charakteristischen Blätter hilft, Schädlinge frühzeitig zu erkennen.

Häufige Schädlinge

  • Spinnmilben: Erkennst du an feinen Gespinsten an den Blattunterseiten und an gelblich gesprenkelten Blättern. Spinnmilben treten vor allem bei trockenem, warmem Wetter auf. Besprühe die Pflanze regelmäßig mit Wasser und setze bei starkem Befall Raubmilben oder spezielle Mittel ein. Achte darauf, dass alle Pflanzenteile gut benetzt sind. Erhöhte Luftfeuchtigkeit beugt Spinnmilben vor.
  • Schildläuse: Diese Schädlinge sitzen fest an Blättern und Trieben und saugen Pflanzensaft. Du erkennst sie an kleinen, braunen, schildförmigen Erhebungen auf der Blattoberfläche. Schabe sie vorsichtig mit einem Holzstäbchen ab oder behandle die Pflanze mit einer Mischung aus Spiritus und Schmierseife (1:10 verdünnt). Wiederhole die Behandlung nach 7-10 Tagen.
  • Wollläuse: Hinterlassen weiße, watteähnliche Gespinste an Blattachseln und Trieben. Sie sind hartnäckig, aber mit Spiritus-Schmierseife-Mischungen oder systemischen Mitteln gut zu bekämpfen. Kontrolliere die Pflanze regelmäßig, da Wollläuse sich schnell vermehren.
  • Feigenblattwespe (Homoeosoma nebulella): Die Raupen fressen sich in unreife Früchte und verursachen Fäulnis und Fruchtfall. Erkennbar an Kotfäden am Fruchteingang. Entferne befallene Früchte sofort und vernichte sie (nicht kompostieren). Bei Befall können biologische Präparate mit Bacillus thuringiensis eingesetzt werden.

Pilzkrankheiten

  • Wurzelfäule: Entsteht durch anhaltende Staunässe und zeigt sich an welken, gelben Blättern trotz feuchter Erde. Topfe die Pflanze aus, entferne faule Wurzeln (erkennbar an brauner, matschiger Konsistenz) und setze sie in frisches, durchlässiges Substrat um. Achte darauf, dass der Topf Drainagelöcher hat. Wurzelfäule ist schwer zu kurieren – Vorbeugung durch richtige Bewässerung ist der beste Schutz.
  • Blattfleckenkrankheiten (Cercospora, Gloeosporium): Erkennst du an braunen bis rostfarbenen Flecken mit gelbem Hof auf den Blättern. Bei starkem Befall kann es zu vorzeitigem Blattfall kommen. Entferne befallene Blätter und behandle die Pflanze mit einem Fungizid. Vermeide das Besprühen der Blätter am Abend. Gute Durchlüftung der Krone durch Auslichtungsschnitt beugt vor.
  • Feigenmosaikvirus (Fig Mosaic Virus): Zeigt sich durch chlorotische (gelbe) Flecken und Ringe auf Blättern sowie deformierte, kleinere Blätter. Keine Heilung möglich – stark befallene Pflanzen sollten entsorgt werden. Verwende virusfreies Pflanzenmaterial und desinfiziere Schnittwerkzeuge zwischen Pflanzen.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung ist optimale Pflege: Ein sonniger, windgeschützter Standort, regelmäßige Bewässerung ohne Staunässe, ausgewogene Düngung und gute Luftzirkulation halten die Pflanze vital. Kontrolliere die Blätter regelmäßig auf Schädlinge und entferne abgestorbene Pflanzenteile. Hygienisches Arbeiten mit sauberem Werkzeug und Töpfen reduziert das Risiko von Pilzinfektionen. Vermeide zu dichte Kronen durch regelmäßigen Auslichtungsschnitt – dies verbessert die Luftzirkulation und reduziert Pilzbefall.

Bekämpfung

Bei leichtem Befall reicht oft das Abwischen mit Seifenlauge (2% Kaliseife) oder das Abspritzen mit einem starken Wasserstrahl. Biologische Mittel wie Neemöl oder Schmierseife sind effektiv bei regelmäßiger Anwendung. Chemische Mittel sollten nur bei starkem Befall eingesetzt werden – beachte die Gebrauchsanweisung und die Wartezeit vor der Ernte. Wiederhole die Behandlung nach 7-10 Tagen, um auch nachgeschlüpfte Schädlinge zu erfassen. Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen regulieren Schädlingspopulationen meist natürlich.

✂️ Rückschnitt & Formschnitt

Wann schneiden: Der beste Zeitpunkt für größere Schnittmaßnahmen ist das Frühjahr im März oder April, kurz vor dem Austrieb. Zu diesem Zeitpunkt ist die Pflanze noch in der Winterruhe, und Schnittmaßnahmen belasten sie weniger. Du kannst Frostschäden beurteilen und erfrorene Triebe bis ins gesunde Holz zurückschneiden. Kleinere Korrekturschnitte sind auch während des Sommers möglich, wenn die Krone zu dicht wird oder Triebe stören. Vermeide Herbstschnitte, da offene Wunden dann schlechter heilen und Frostschäden begünstigen.

Was schneiden: Feigenbäume fruchten am diesjährigen Holz (Haupternte im Spätsommer) und bei zweifruchtenden Sorten auch an vorjährigen Triebspitzen (Frühfeigen im Hochsommer). Entferne hauptsächlich tote, erfrorene, beschädigte oder kranke Triebe. Auch nach innen wachsende Äste oder solche, die sich kreuzen, sollten entfernt werden, um die Luftzirkulation zu verbessern. Bei zweifruchtenden Sorten wie 'Brown Turkey' solltest du vorjährige Triebspitzen nicht kappen, da dort die Frühfeigen ansetzen. Lichte zu dichte Kronen aus, indem du einige ältere Triebe bodennah entfernst – dies fördert die Bildung neuer, fruchttragender Triebe. Achte darauf, maximal 20-30 % der Gesamtmasse pro Jahr zu entfernen, um die Pflanze nicht zu stressen.

Werkzeug & Technik: Verwende eine saubere, scharfe Astschere oder Säge, um glatte Schnitte zu erzielen. Unsaubere Schnitte mit Quetschungen heilen langsamer und sind anfälliger für Pilzinfektionen. Desinfiziere das Werkzeug vor und nach dem Schnitt mit Alkohol, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. Schneide etwa 2-3 mm über einer nach außen zeigenden Knospe, um eine offene Kronenform zu fördern. Größere Schnittstellen (über 2 cm Durchmesser) kannst du mit einem Wundverschlussmittel behandeln, um Infektionen vorzubeugen.

Erziehung & Form: In den ersten 2-3 Jahren etablierst du die Grundstruktur: 3-5 Hauptäste gleichmäßig verteilt bilden das Grundgerüst. Fördere eine offene Trichterform, bei der Licht bis ins Kroneninnere gelangt. Dies verbessert die Fruchtqualität und reduziert Pilzbefall. Ein maßvoller Rückschnitt fördert die Verzweigung und damit den Fruchtansatz. Feigen vertragen Schnittfehler gut und treiben zuverlässig wieder aus – bei zu starkem Rückschnitt können allerdings "Wassertriebe" entstehen (steil wachsende, wenig fruchtende Triebe).

⚠️ Typische Pflegefehler

  • Staunässe: Zeigt sich durch gelbe Blätter, welke Triebe und einen muffigen Geruch aus dem Topf. Die Wurzeln sterben ab, und die Pflanze kann Wasser nicht mehr aufnehmen. Topfe die Pflanze in frisches Substrat um, entferne faule Wurzeln und achte auf gute Drainage. Feigen sind trockenheitstoleranter als viele denken – zu viel Wasser schadet mehr als zu wenig.
  • Zu wenig Wasser während der Fruchtreife: Die Blätter neigen sich nach unten, unreife Früchte fallen ab oder schrumpfen. Achte besonders im Juli und August auf gleichmäßige Wasserversorgung, wenn die Früchte sich entwickeln. Extreme Schwankungen zwischen Trockenheit und Nässe lassen Früchte aufplatzen.
  • Zu dunkler Standort: Die Pflanze bildet lange, schwache Triebe mit großen Abständen zwischen den Blättern. Blüten und Früchte bleiben aus oder entwickeln sich nur wenig. Stelle die Pflanze an einen sonnigeren Platz – mindestens 6-8 Stunden direktes Licht sind ideal für gute Fruchtbildung.
  • Überdüngung im Spätsommer: Zu späte oder übermäßige Stickstoffdüngung führt zu weichen, frostanfälligen Trieben, die im Winter zurückfrieren. Stelle die Düngung ab Ende August ein, damit die Triebe ausreifen können. Eine Herbstdüngung mit kaliumbetontem Dünger im September verbessert dagegen die Winterhärte.
  • Zu starker Rückschnitt: Führt zu "Wassertrieben" – steil wachsende, kräftige Triebe, die wenig Früchte tragen. Halte dich an die Regel, maximal 20-30 % der Gesamtmasse pro Jahr zu entfernen. Feigen reagieren auf starken Rückschnitt mit vegetativem Wachstum statt Fruchtbildung.
  • Fruchttriebe bei zweifruchtenden Sorten kappen: Wenn du bei Sorten wie 'Brown Turkey' die vorjährigen Triebspitzen im Frühjahr zurückschneidest, verlierst du die Frühfeigen (Juli-Ernte). Diese Sorten fruchten zweimal: an vorjährigen Triebspitzen und am diesjährigen Holz. Schneide daher vorsichtig und gezielt.
  • Früchte reifen nicht aus: Oft durch zu kurze oder kühle Vegetationsperiode verursacht. Wähle frühreife Sorten ('Précoce de Dalmatie', 'Brown Turkey') für kühlere Regionen. Ein Standort mit Wärmespeicherung (Hauswand) und kalibetonte Düngung ab Juni fördern die Fruchtreife. Unreife Früchte vor Frost entfernen – sie reifen nicht mehr nach.

📅 Pflegekalender

Der folgende Pflegekalender gibt dir einen Überblick über die wichtigsten Maßnahmen im Jahresverlauf. Beachte, dass die Zeitpunkte je nach Witterung und Region variieren können – passe die Pflege flexibel an die tatsächlichen Bedingungen an.

Jahreszeit Maßnahmen
Frühjahr
(März – Mai)
Rückschnitt Ende März (erfrorene Triebe entfernen, Krone auslichten) | Umtopfen bei Bedarf | Langzeitdünger einarbeiten oder wöchentlich flüssig düngen | Winterschutz ab Ende April entfernen | Bewässerung steigern | Kübelfeigen ab Mitte Mai ins Freie stellen | Schädlingskontrolle
Sommer
(Juni – August)
Regelmäßig gießen (ausgepflanzt alle 7-10 Tage, Kübel alle 3-5 Tage) | Wöchentlich düngen oder Langzeitdünger nachschieben (Juli) | Schädlingskontrolle (Spinnmilben, Feigenblattwespe) | Bei Bedarf auslichten | Frühfeigen ernten (zweifruchtende Sorten, Juli) | Haupternte beginnt (August/September)
Herbst
(September – November)
Kaliumbetonten Herbstdünger geben (September) | Bewässerung reduzieren | Ab August keine Stickstoffdüngung mehr | Unreife Früchte vor Frost entfernen | Winterschutz ab Mitte November anbringen (Stamm, Krone, Wurzelbereich) | Kübelfeigen ab Oktober einräumen | Laub fällt ab (sommergrün)
Winter
(Dezember – Februar)
Winterruhe (laubabwerfend) | Kübelfeigen: hell und frostfrei bei 0-5 °C | Sparsam gießen (Erde leicht feucht) | Nicht düngen | Kontrolle Winterschutz bei milden Phasen | Nassschäden durch Staunässe vermeiden | Planung für Frühjahrsschnitt

Praxis-Beispiel: Feigenbaum in der Anwendung

Ausgangssituation:

Eine Kundin aus Regensburg kaufte ihre Feige 'Violetta' vor vier Jahren bei uns – damals etwa 120 cm hoch. Sie suchte einen robusten Fruchtbaum für ihren sonnigen Innenhof mit begrenztem Platz und mediterranem Flair. Die 'Violetta' ist eine der winterhärtesten Sorten (bis -18 °C) und produziert mittelgroße, violett-braune Früchte mit sehr aromatischem, rotem Fruchtfleisch.

Maßnahmen:

Wir empfahlen ihr einen vollsonnigen Standort direkt an der geschützten Hauswand. Während der Sommermonate gießt sie alle 5-7 Tage durchdringend und düngt von April bis August wöchentlich mit löslichem Pflanzendünger. Im September gibt sie einen kaliumbetonten Herbstdünger zur Vorbereitung auf den Winter. Obwohl die 'Violetta' sehr winterhart ist, schützt sie in den ersten Jahren den Stamm mit Vlies und die Krone mit einem Jutesack. Den Wurzelbereich deckt sie mit 15 cm Rindenmulch ab. Unreife Früchte entfernt sie vor dem ersten Frost, da diese nicht mehr nachreifen.

Ergebnis:

Die Feige ist heute bei kompakten 2,50 Metern und hat bereits mehrere Winter mit Temperaturen bis -15 °C ohne nennenswerte Schäden überstanden. Selbst bei Rückfrieren der Triebspitzen im strengen Winter 2022 bildete sie aus dem Altholz neue Fruchttriebe. Sie trägt jedes Jahr zuverlässig 30-50 süße, aromatische Früchte, die zwischen August und September reifen. Die Kundin schätzt besonders die Pflegeleichtigkeit und das mediterrane Flair, das die Feige in ihren Innenhof bringt. Bei einem Besuch in unserem Ladengeschäft in Rogging berichtete sie begeistert, dass die frischen Feigen direkt vom Baum ein kulinarisches Highlight sind – ob pur genossen, als Marmelade oder mit Ziegenkäse im Salat.

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Hol dir mediterrane Fruchtpracht nach Hause! Unsere Feigenbäume sind winterhart, pflegeleicht und liefern dir süße, gesunde Früchte. Ideal für Garten oder Terrasse – perfekt für alle, die exotisches Flair mit Genuss verbinden möchten.

Qualität von Palmenstadl: Alle Feigenbäume werden freilandgezogen, sorgfältig selektiert und visuell geprüft.

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❓ FAQ – Häufig gestellte Fragen

Nein, die Winterhärte variiert stark je nach Sorte. Während robuste Sorten wie 'Violetta' bis -18 °C aushalten, vertragen mediterrane Sorten wie 'Grise de Saint-Jean' nur -8 °C. Für Deutschland empfehlen sich Sorten mit mindestens -12 °C Frosttoleranz. In Weinbauregionen (Pfalz, Rheingau, Kaiserstuhl) und urbanen Wärmeinseln können auch weniger winterharte Sorten ausgepflanzt werden. Die winterhärtesten Sorten sind 'Violetta' (bis -18 °C), 'Dalmatie' (bis -16 °C) und 'Brown Turkey' (bis -15 °C). Selbst winterharte Sorten profitieren in den ersten 2-3 Jahren von Winterschutz.

Feigen benötigen eine ausreichende Wärmesumme (ca. 2.500-3.000 °C zwischen April und Oktober) für die Fruchtreife. In kühleren Regionen oder schattigen Standorten fehlt oft die nötige Wärme. Abhilfe: Frühreife Sorten wählen ('Précoce de Dalmatie', 'Brown Turkey'), Südwand-Standort mit Wärmereflexion nutzen, kalibetonte Düngung ab Juni fördern. Übermäßige Stickstoffdüngung verschiebt die Energie ins vegetative Wachstum statt in die Fruchtreife. Unreife Früchte vor Frost entfernen – sie reifen nicht nach. Ein geschützter Standort an einer wärmespeichernden Hauswand verlängert die Vegetationsperiode.

Die in Europa kultivierten Sorten sind parthenocarp, das heißt selbstfruchtbar ohne Bestäubung. Sie bilden Früchte ohne Befruchtung durch die spezialisierte Feigenwespe (Blastophaga psenes), die in unserem Klima nicht vorkommt. Die "Kerne" in den Früchten sind tatsächlich die wahren Früchte (Nüsschen) und entwickeln sich auch ohne Befruchtung. Sorten wie 'Brown Turkey', 'Violetta' und 'Dalmatie' tragen zuverlässig ohne zweite Pflanze. Du benötigst also nur einen einzigen Baum, um Früchte zu ernten. Dies macht Feigenbäume besonders praktisch für kleine Gärten oder Terrassen.

Aus Stecklingen vermehrte Feigenbäume tragen oft bereits im zweiten Jahr erste Früchte, voller Ertrag ab dem 4.-5. Jahr. Containerware aus der Baumschule fruchtet meist schon im Pflanzjahr oder ein Jahr später. Die frühe Fruchtbarkeit ist ein großer Vorteil gegenüber vielen anderen Obstgehölzen. Etablierte Bäume (ab 5 Jahren) produzieren je nach Sorte und Größe 10-30 kg Feigen pro Saison. Ausgepflanzte Feigen in optimalen Lagen können noch deutlich mehr tragen. Die schnelle Fruchtbarkeit macht Feigen besonders attraktiv für ungeduldige Gärtner – du musst nicht jahrelang warten wie bei Äpfeln oder Kirschen.

Ja, Feigenbäume eignen sich hervorragend für Kübelkultur! Mindestvolumen: 40-50 Liter, optimal sind 70-100 Liter für stabile Fruchtproduktion. Verwende durchlässige Palmenerde mit guter Drainage. Überwinterung hell und frostfrei bei 0-5 °C (Garage, Keller). Kompakte Sorten wie 'Ronde de Bordeaux' oder 'Grise de Saint-Jean' sind ideal. Kübelfeigen benötigen regelmäßige Düngung (April-August wöchentlich) und gleichmäßige Bewässerung. Der Vorteil: Du kannst auch weniger winterharte, besonders schmackhafte Sorten kultivieren und sie sicher überwintern. Schwere Töpfe aus Terrakotta bieten Standfestigkeit und schützen die Wurzeln vor Temperaturschwankungen.

Feigenblätter und -triebe enthalten im Milchsaft (Latex) Furocumarine, die bei Hautkontakt in Verbindung mit UV-Licht phototoxische Reaktionen (Hautreizungen, Blasenbildung) auslösen können. Beim Schnitt sollten daher Handschuhe getragen werden. Die Früchte selbst sind unbedenklich und gesund. Für Haustiere (Katzen, Hunde) können die Blätter bei Verzehr zu Magen-Darm-Reizungen führen – platziere Pflanzen außerhalb ihrer Reichweite. Der Milchsaft tritt besonders beim Schneiden oder Abbrechen von Trieben aus. Wasche nach Kontakt die Haut gründlich und vermeide Sonneneinstrahlung für einige Stunden.

Der optimale Schnittzeitpunkt ist Ende März bis Anfang April, kurz vor dem Austrieb bei frostfreiem Wetter. Zu diesem Zeitpunkt sind Frostschäden erkennbar und können entfernt werden, ohne frische Wunden erneuter Kälte auszusetzen. Bei zweifruchtenden Sorten sollten vorjährige Triebspitzen nicht eingekürzt werden, da dort die Frühfeigen (Juli) ansetzen. Herbstschnitt ist zu vermeiden – offene Wunden frieren auf und erhöhen Frostschäden deutlich. Kleinere Korrekturschnitte sind auch im Sommer möglich. Entferne hauptsächlich tote, erfrorene oder kranke Triebe sowie nach innen wachsende Äste für bessere Luftzirkulation.

Reife Feigen erkennt man an mehreren Merkmalen: Die Früchte sind weich und geben bei leichtem Druck nach. Die Schale zeigt oft feine Risse und nimmt bei dunklen Sorten eine intensive violett-braune Farbe an. Am charakteristischsten ist ein kleiner Honigtropfen am Fruchtauge (Blütenansatz). Der Stiel wird weich und die Frucht neigt sich nach unten. Pflücke nur vollreife Feigen – sie reifen nach der Ernte nicht nach. Optimaler Erntezeitpunkt: Morgens, wenn der Tau abgetrocknet ist. Reife Feigen lassen sich leicht vom Zweig lösen. Bei Unsicherheit: Eine Frucht probieren – reife Feigen schmecken honigsüß.

Für raue Lagen (Bayern, Mittelgebirge): 'Violetta' (bis -18 °C, zuverlässigste Sorte für kalte Winter), 'Brown Turkey' (bis -15 °C, hoher Ertrag, zwei Ernten) oder 'Dalmatie' (bis -16 °C, robust gegen Spätfrost). Für milde Weinbauregionen: 'Ronde de Bordeaux' (beste Fruchtqualität, extrem süß), 'Longue d'Août' (spektakulär große Früchte) oder 'Précoce de Dalmatie' (sehr frühe Reife ab Juli). Für Kübelkultur: 'Ronde de Bordeaux' (kompakt, 2-3 m) oder 'Grise de Saint-Jean' (klein, intensives Aroma). Die Winterhärte und Reifezeit sind die wichtigsten Auswahlkriterien für deine Region.

Ja, Feigen sind sehr gesund! Sie enthalten 3-4 g Ballaststoffe pro 100 g und fördern die Verdauung. Die kleinen Kerne (die wahren Früchte) wirken mild abführend. Feigen sind reich an Kalium (240 mg), Kalzium (35 mg), Magnesium (17 mg) und Eisen (0,4 mg) pro 100 g – wichtig für Knochen, Muskeln und Blutbildung. Sie enthalten Polyphenole und Flavonoide (Antioxidantien), die Zellen vor oxidativem Stress schützen. Dunkelviolette Sorten enthalten mehr Anthocyane als grüne. Mit 63 kcal pro 100 g sind frische Feigen kalorienärmer als Trockenfrüchte. Frische Feigen enthalten ca. 16% natürlichen Zucker (Fruktose, Glukose) und liefern schnelle Energie.