Bangalowpalme (Archontophoenix cunninghamiana)
🌴 Bangalowpalme – Australische Eleganz mit filigranen Wedeln
Mit der Bangalowpalme holst du dir ein Stück australischen Regenwald nach Hause – diese elegante Fiederpalme aus den Küstenwäldern von Queensland und New South Wales begeistert mit ihrem schlanken, glatten Stamm und den sanft überhängenden, gefiederten Wedeln, die eine luftige, tropische Atmosphäre schaffen. Die Archontophoenix cunninghamiana, benannt nach dem Botaniker Allan Cunningham, gehört zu den schnellwüchsigsten Palmen für Kübelhaltung und kann in unseren Breiten sowohl als Zimmerpflanze als auch im temperierten Wintergarten kultiviert werden. Ihre hellgrünen, bis zu 3 Meter langen Fiederblätter mit hunderten schmalen Fiederchen verleihen jedem Raum eine leichte, tropische Note, während der schlanke, ringförmig genarbte Stamm mit seiner grau-grünen Färbung für einen eleganten, aufrechten Wuchs sorgt.
Das Besondere an der Bangalowpalme ist ihre relative Kältetoleranz unter den tropischen Palmen – sie verträgt kurzzeitig Temperaturen bis knapp über dem Gefrierpunkt und ist damit robuster als viele andere Fiederpalmen. Jungpflanzen wachsen zunächst stammlos mit mehreren aufrechten Wedeln, bevor sie nach einigen Jahren den charakteristischen Stamm ausbilden. Indoor erreicht die Palme eine Höhe von 2 bis 3 Metern, während sie in ihrer Heimat oder im Freiland milder Regionen bis zu 20 Meter hoch werden kann. Die Bangalowpalme eignet sich hervorragend für große, helle Räume, Wintergärten oder als Kübelpflanze für geschützte Terrassen – überall dort, wo du eine schnellwachsende, pflegeleichte Palme mit tropischem Flair suchst.
☀️ Standort & Licht
Die Bangalowpalme stammt aus den subtropischen bis tropischen Regenwäldern entlang der Ostküste Australiens, wo sie von Queensland bis New South Wales in einem Gürtel mit mildem, feuchtem Klima gedeiht. In ihrer natürlichen Heimat wächst sie als Unterwuchspflanze in den Regenwäldern oder entlang von Flussufern und Bachtälern, wo sie von größeren Bäumen Schutz vor der intensivsten Mittagssonne erhält. Das Klima ist dort ganzjährig mild bis warm mit Temperaturen zwischen 10 und 28 Grad Celsius, wobei die Niederschläge gleichmäßig über das Jahr verteilt sind und eine hohe Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent herrscht. Die Winter sind frostfrei, und die Palme profitiert von regelmäßigen Regenfällen, die den Boden konstant feucht halten. Diese Bedingungen haben die Bangalowpalme zu einer Pflanze geformt, die helles, aber gefiltertes Licht bevorzugt und mit hoher Luftfeuchtigkeit bestens zurechtkommt. In ihrer Heimat erreicht sie Höhen von bis zu 20 Metern und entwickelt eine elegante Krone aus bis zu 12 gleichzeitig vorhandenen Wedeln.
Das Lichtbedürfnis der Bangalowpalme ist im Vergleich zu anderen Palmenarten moderat – sie bevorzugt helle bis halbschattige Standorte ohne direkte, intensive Mittagssonne. In ihrer natürlichen Umgebung wächst sie im Unterwuchs größerer Bäume und ist daher an gefilterte Lichtverhältnisse angepasst. Bei zu intensivem, direktem Sonnenlicht können die Wedel gelbliche Verfärbungen entwickeln oder braune Flecken bekommen, besonders wenn die Luftfeuchtigkeit nicht ausreichend hoch ist. Ideal ist sanftes Morgen- oder Abendlicht, das etwa 4 bis 6 Stunden täglich auf die Palme fällt. Bei ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit verträgt sie auch vollsonnige Standorte im Wintergarten oder Gewächshaus, wo die Bedingungen ihrem natürlichen Habitat ähneln. Bei zu wenig Licht werden die Wedel länger und schlaffer, das Wachstum pausiert, und die Palme entwickelt einen schwachen, unstabilen Habitus. Die Balance zwischen ausreichend Licht und Schutz vor zu intensiver Sonne ist entscheidend für gesundes Wachstum.
Für dich bedeutet das einen hellen bis halbschattigen Platz, idealerweise an einem Ost- oder Westfenster, wo die Palme sanftes Morgen- oder Abendlicht erhält. Ein Südfenster ist möglich, wenn du für hohe Luftfeuchtigkeit sorgst oder die Mittagssonne durch einen leichten Vorhang filterst. Im Wintergarten mit guter Belüftung und Luftbefeuchtung verträgt die Bangalowpalme auch vollsonnige Standorte. Die ideale Temperatur liegt ganzjährig zwischen 18 und 26 Grad Celsius, wobei sie auch höhere Temperaturen bis 30 Grad gut verträgt, solange die Luftfeuchtigkeit hoch bleibt. Im Winter sollte die Temperatur nicht dauerhaft unter 10 Grad fallen, auch wenn die Palme kurzzeitig leichte Fröste bis minus 2 Grad überstehen kann – allerdings mit Schäden an den Wedeln. Ein Nordstandort ist zu dunkel und führt zu K ümmerwuchs. Im Sommer profitiert die Palme von einem Aufenthalt im Freien an einem halbschattigen, windgeschützten Standort, wo sie natürliche Luftfeuchtigkeit und Regen genießt. Gewöhne sie schrittweise an die Außenbedingungen, um Verbrennungen zu vermeiden. Bei Lichtmangel im Winter können Pflanzenlampen mit mindestens 3000 Lumen die natürliche Beleuchtung ergänzen.
💧 Bewässerung
Wasserbedarf: Die Bangalowpalme benötigt eine gleichmäßig feuchte Substratversorgung während der gesamten Vegetationsperiode von März bis Oktober. Das Substrat sollte durchgehend leicht feucht bleiben, ohne jedoch dauerhaft nass zu sein. Gieße, sobald die oberen 2 bis 3 Zentimeter des Substrats abgetrocknet sind – in der Regel alle 3 bis 5 Tage im Sommer, seltener im Winter. Die Fingerprobe gibt dir schnell Aufschluss darüber, ob Gießen notwendig ist. An heißen Sommertagen kann der Wasserbedarf steigen, besonders wenn die Palme im Freien steht oder in einem warmen Raum.
Richtig gießen: Gieße immer durchdringend, bis Wasser aus den Abzugslöchern läuft – das stellt sicher, dass der gesamte Wurzelballen befeuchtet wird. Überschüssiges Wasser, das sich im Untersetzer sammelt, solltest du nach 15 Minuten abgießen, um Staunässe zu vermeiden. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule, erkennbar an gelben Wedeln, welken Blättern trotz feuchtem Substrat und einem muffigen Geruch aus dem Topf. Eine gute Drainage im Topf ist daher unerlässlich – verwende Drainagelöcher und eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies am Topfboden.
Wasserqualität: Verwende kalkarmes Wasser – ideal ist Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser in Zimmertemperatur. Kaltes Wasser direkt aus der Leitung kann die Wurzeln schocken, besonders im Sommer, wenn die Palme warm steht. Kalkhaltiges Wasser hinterlässt Ablagerungen an den Wurzeln und kann zu braunen Blattspitzen führen. Bei großen Kübeln und Exemplaren im Wintergarten kann der Wasserbedarf erheblich sein, da die ausladenden Wedel viel Wasser verdunsten.
Bewässerung im Winter: Im Winter, wenn die Palme kühler überwintert wird, reduzierst du die Wassergaben deutlich auf etwa alle 7 bis 10 Tage. Das Substrat darf dann zwischen den Gießvorgängen leicht antrocknen, sollte aber nie vollständig austrocknen. Je kühler der Standort, desto trockener sollte das Substrat gehalten werden, um Pilzbefall zu vermeiden. Bei Balkon- und Terrassenpflanzen solltest du auch auf natürliche Niederschläge achten – bei Dauerregen ist zusätzliches Gießen meist nicht nötig. Weitere Tipps zur richtigen Bewässerung von Palmen findest du in unserem ausführlichen Ratgeber.
Anzeichen für Unterbewässerung sind welkende, nach unten hängende Wedel und vertrocknete Blattspitzen, während Überwässerung sich durch gelbe Wedel, braune matschige Wurzeln und Wachstumsstillstand zeigt. Die Bangalowpalme toleriert kurze Trockenphasen besser als anhaltende Nässe – im Zweifelsfall lieber etwas weniger gießen. Ein regelmäßiger Gießrhythmus fördert das schnelle Wachstum, das die Art auszeichnet.
🪴 Substrat & Umtopfen
Bester Zeitpunkt zum Umtopfen
Der ideale Zeitpunkt zum Umtopfen ist das zeitige Frühjahr, etwa März bis April, kurz bevor die Palme aus der Winterruhe erwacht und in die Hauptwachstumsphase startet. Zu diesem Zeitpunkt sind die Wurzeln bereit, sich schnell in frisches Substrat einzuwurzeln, und eventuelle Verletzungen beim Umtopfen heilen zügig ab. Die Bangalowpalme wächst schnell und benötigt alle 2 bis 3 Jahre einen neuen Topf, da ihre Wurzeln den vorhandenen Raum schnell ausfüllen. Junge Pflanzen sollten jährlich umgetopft werden, um das starke Wachstum zu unterstützen.
Anzeichen für notwendiges Umtopfen
Du erkennst, dass ein Umtopfen nötig ist, wenn:
- Wurzeln aus den Drainagelöchern wachsen
- Die Erde stark verdichtet und erschöpft wirkt
- Wasser sofort durchläuft, ohne richtig vom Substrat aufgenommen zu werden
- Das Wachstum sich trotz guter Pflege verlangsamt
- Der Topf durch das Wurzelwachstum instabil wird
Ein zu kleiner Topf kann zu Staunässe führen, die Wurzelfäule begünstigt. Ein größerer Topf bietet den Wurzeln mehr Platz und fördert so das Wachstum der Palme erheblich.
Substrat- und Topfwahl
Unsere Palmenstadl-Palmenerde ist speziell auf die Bedürfnisse von Fiederpalmen abgestimmt und kann direkt verwendet werden – ohne zusätzliche Mischungen. Das Substrat ist gut durchlässig, verhindert Staunässe und hat einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Optional kannst du den Drainageanteil noch mit Lavagranulat, Bims oder Perlite erhöhen, wenn du besonders durchlässiges Substrat bevorzugst.
Wähle einen Topf, der nur leicht größer ist als der alte – etwa 5 bis 10 Zentimeter mehr im Durchmesser. Zu große Töpfe führen zu Staunässe, da die Wurzeln das viele Substrat nicht schnell genug durchwurzeln. Wichtig sind Drainagelöcher im Boden, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Schwere Töpfe aus Terrakotta oder Keramik bieten bessere Standfestigkeit, besonders bei größeren Exemplaren, die durch ihre Höhe kopflastig werden. Die Bangalowpalme bildet tiefe Pfahlwurzeln aus, daher sind hohe, schmale Töpfe ideal – mindestens 50 Zentimeter Tiefe bei größeren Pflanzen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umtopfen
Topfe die Palme vorsichtig aus, indem du den Topf seitlich legst und leicht gegen die Wände klopfst. Lockere den Wurzelballen sanft mit den Fingern und entferne etwa ein Drittel der alten, erschöpften Erde, ohne die Wurzeln zu beschädigen. Fülle eine Drainage-Schicht aus Blähton oder Kies in den neuen Topf, darauf eine Lage frisches Substrat. Setze die Palme mittig ein und achte darauf, dass sie in derselben Tiefe sitzt wie zuvor – der Wurzelhals sollte knapp unter der Oberfläche liegen. Fülle rundherum mit Substrat auf und drücke es leicht an, um Lufttaschen zu vermeiden. Gieße nach dem Umtopfen durchdringend und stelle die Palme für etwa zwei Wochen an einen halbschattigen Platz, damit sie sich erholen kann.
🌿 Düngung
Die Bangalowpalme ist während der Wachstumsphase eine nährstoffhungrige Palme, die regelmäßige Düngung benötigt, um ihr schnelles Wachstum zu unterstützen. Besonders wichtig sind Kalium für die Zellstabilität und die Widerstandskraft gegen Krankheiten, Stickstoff für das Blattwachstum und Magnesium zur Vorbeugung von Chlorose – gelben Blättern mit grünen Blattadern. Ein ausgewogenes Nährstoffangebot sorgt dafür, dass die Palme kräftige, grüne Wedel entwickelt und ihre charakteristische Wuchsform behält.
Für die Düngung stehen dir drei bewährte Optionen zur Verfügung:
- Langzeitdünger mit 6 Monaten Wirkdauer: Wird im zeitigen Frühjahr in die oberste Erdschicht eingearbeitet und versorgt die Palme die gesamte Saison über kontinuierlich mit Nährstoffen. Ideal für alle, die wenig Aufwand mit der Düngung haben möchten.
- Langzeitdünger mit 3 Monaten Wirkdauer: Wird im Frühjahr eingearbeitet und im Hochsommer erneut nachgelegt. Diese Variante ermöglicht eine flexiblere Anpassung an den Nährstoffbedarf während der Saison.
- Löslicher Palmendünger für wöchentliche Gaben: Wird während der Wachstumsphase von März bis September wöchentlich mit dem Gießwasser ausgebracht. Diese Methode gibt dir die volle Kontrolle über die Nährstoffversorgung und ist besonders bei Kübelpflanzen effektiv.
Starte bei der ersten Düngung mit einer halben Dosierung, um die Verträglichkeit zu testen und Überdüngung zu vermeiden. Überdüngung zeigt sich durch braune Blattspitzen, einen weißen Salzbelag auf der Erde oder Wurzelverbrennung. Im Herbst, etwa im September oder Oktober, empfiehlt sich ein kaliumbetonter Herbstdünger, der die Palme auf die Überwinterung vorbereitet und die Frosthärte erhöht. Im Winter, wenn die Palme ihre Wachstumsruhe hält, wird die Düngung ganz eingestellt. Bei kühler Überwinterung unter 15 Grad Celsius verzichtest du komplett auf Dünger. Magnesiumsulfat als Ergänzung kann bei gelben Blättern mit grünen Adern helfen, die auf Magnesiummangel hindeuten.
🍊 Blüten & Früchte
In Kultur blüht die Bangalowpalme erst nach vielen Jahren, wenn sie eine ausreichende Größe und Stammhöhe erreicht hat – indoor ist eine Blüte selten. Die Blütenstände erscheinen unterhalb der Krone am Stamm in Form von verzweigten, cremefarbenen bis grünlichen Rispen mit zahlreichen kleinen Einzelblüten. Die Blüten sind einhäusig, das heißt männliche und weibliche Blüten befinden sich auf derselben Pflanze. Nach erfolgreicher Bestäubung entwickeln sich leuchtend rote, rundliche Früchte von etwa 1 bis 1,5 Zentimetern Durchmesser, die einen einzelnen Samen enthalten.
Die Früchte sind zwar nicht giftig, aber nicht für den Verzehr geeignet. Im Freiland ihrer Heimat sind die roten Früchte eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel, die zur Verbreitung der Samen beitragen. In Kübelkultur sind Blüten und Früchte äußerst selten, da die Palme dafür ideale Bedingungen, ein gewisses Alter und eine Mindesth öhe von mehreren Metern benötigt. Wenn deine Palme blüht oder Früchte trägt, ist das ein Zeichen für optimale Pflege und einen exzellenten Standort.
❄️ Überwinterung
Die Bangalowpalme ist zwar kältetoleranter als viele tropische Palmen, benötigt aber dennoch frostfreie Überwinterung. Die ideale Wintertemperatur liegt zwischen 10 und 15 Grad Celsius an einem hellen Standort – ein kühler Wintergarten, Treppenhaus oder unbeheiztes Schlafzimmer mit Süd- oder Westfenster eignen sich hervorragend. Bei kühlerer Überwinterung reduzierst du die Wassergaben deutlich, das Substrat sollte nur leicht feucht bleiben und zwischen den Gießgängen leicht antrocknen. Gedüngt wird im Winter nicht.
Kurzzeitige Temperaturen bis knapp über dem Gefrierpunkt verträgt die Palme, allerdings können dabei Wedel Schäden davontragen. Ausführliche Informationen findest du in unserem Ratgeber zur Überwinterung von Palmen im Kübel. Wenn du die Palme ganzjährig warm kultivierst, achte besonders auf ausreichende Luftfeuchtigkeit und helle Standorte, um Schädlingsbefall vorzubeugen. Je heller der Standort, desto wärmer darf er sein – bei wenig Licht sollte es kühler sein. Im Frühjahr, ab etwa Mitte April, gewöhnst du die Palme langsam wieder an Sonne und Außentemperaturen.
💨 Luftfeuchtigkeit
Die Bangalowpalme stammt aus Regenwaldgebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit und fühlt sich bei 60 bis 80 Prozent relativer Luftfeuchte am wohlsten. In Kultur toleriert sie auch normale Raumluft mit 40 bis 50 Prozent, wobei höhere Werte das Wachstum fördern und die Wedelgesundheit verbessern. Im Freien während des Sommers reguliert sich die Luftfeuchtigkeit natürlich und stellt meist kein Problem dar.
Besonders im Winter, wenn trockene Heizungsluft die Luftfeuchtigkeit unter 30 Prozent sinken lässt, können die Blattspitzen braun werden und eintrocknen. Um dem vorzubeugen, kannst du die Wedel ein- bis zweimal wöchentlich mit kalkarmem Wasser besprühen oder die gesamte Palme regelmäßig abduschen. Das entfernt gleichzeitig Staub von den Blättern, was die Photosynthese verbessert und Schädlingsbefall vorbeugt. Ein Luftbefeuchter im Raum kann bei dauerhaft trockener Luft hilfreich sein. Weitere Informationen zur optimalen Luftfeuchtigkeit für Tropenpflanzen findest du in unserem Ratgeber.
Hohe Luftfeuchtigkeit – etwa im Badezimmer oder im beheizten Wintergarten mit Wasserbecken – verträgt die Bangalowpalme ideal und fördert sogar die Wedelgesundheit. Achte aber darauf, dass bei hoher Luftfeuchte die Luftzirkulation ausreichend ist, damit die Blätter nach dem Besprühen schnell abtrocknen können – sonst kann Pilzbefall entstehen. Die regelmäßige Staubentfernung durch Abduschen oder Abwischen ist nicht nur ästhetisch wichtig, sondern verbessert auch die Lichtaufnahme der Wedel deutlich und hält die Palme vital.
🐛 Schädlinge & Krankheiten
Häufige Schädlinge
Die häufigsten Schädlinge an der Bangalowpalme treten vor allem bei ungünstigen Kulturbedingungen auf – zu trockene Luft, zu wenig Licht oder zu warme Überwinterung begünstigen einen Befall:
- Spinnmilben: Erkennbar an feinen Gespinsten zwischen den Wedeln und kleinen hellen Punkten auf der Blattoberseite. Die Wedel verfärben sich gräulich-gelb und wirken stumpf. Spinnmilben lieben trockene, warme Luft und breiten sich besonders im Winter in beheizten Räumen aus.
- Schildläuse: Braune, feste Höcker auf Blättern, Blattstielen und am Stamm, die klebrigen Honigtau ausscheiden. Dieser zieht oft Rußtaupilze nach sich, die die Blätter schwarz färben. Schildläuse sind hartnäckig, da ihr fester Panzer sie schützt.
- Wollläuse (Schmierläuse): Weiße, watteartige Gespinste in Blattachseln und an der Blattunterseite. Sie saugen wie Schildläuse Pflanzensaft und schwächen die Palme. Wollläuse sind mobil und können sich schnell ausbreiten.
- Thripse: Kleine, längliche Insekten, die silbrige Flecken und Streifen auf den Wedeln hinterlassen. Bei starkem Befall verkrüppeln neue Wedel und bleiben klein.
Pilzkrankheiten
Pilzkrankheiten entstehen meist als Folge von Pflegefehlern, insbesondere zu viel Feuchtigkeit in Kombination mit kühlen Temperaturen oder schlechter Luftzirkulation:
- Wurzelfäule: Durch anhaltende Staunässe werden die Wurzeln braun, matschig und faulig. Die Wedel welken, obwohl der Wurzelballen feucht ist, und die Pflanze riecht muffig aus dem Topf. Im fortgeschrittenen Stadium ist Wurzelfäule meist nicht mehr heilbar.
- Blattfleckenkrankheit: Braune oder schwarze Flecken mit gelbem Hof auf den Wedeln, verursacht durch Pilze. Tritt vor allem bei zu hoher Luftfeuchtigkeit, schlechter Belüftung und nassen Blättern über Nacht auf.
- Stammfäule: Der Stamm wird weich, braun und fault von innen. Meist eine Folge von Verletzungen oder dauerhaft zu feuchten Bedingungen am Stammansatz.
Vorbeugung
Die beste Vorbeugung gegen Schädlinge und Krankheiten ist eine optimale Pflege mit ausreichend Licht, richtiger Bewässerung ohne Staunässe, guter Luftzirkulation und angemessener Luftfeuchtigkeit. Halte die Palme sauber, indem du Staub regelmäßig abduschst – das erschwert Schädlingen die Ansiedlung erheblich. Achte auf Hygiene beim Umtopfen: Verwende saubere Töpfe und desinfiziere Werkzeuge, um keine Krankheitserreger zu übertragen. Kontrolliere neue Pflanzen gründlich, bevor du sie zu deinen bestehenden Pflanzen stellst. Eine gestärkte, vital wachsende Palme ist von Natur aus widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten.
Bekämpfung
Bei leichtem Befall reicht oft das mechanische Entfernen – Spinnmilben und Wollläuse lassen sich mit einem feuchten Tuch abwischen, Schildläuse kannst du mit einer alten Zahnbürste oder einem Holzstäbchen abkratzen. Anschließend die Palme gründlich mit einer milden Schmierseifenlösung abduschen. Bei stärkerem Befall hilft Neemöl, das als biologisches Insektizid wirkt und Schädlinge erstickt – mehrmals im Abstand von 5 bis 7 Tagen anwenden, auch die Blattunterseiten gründlich benetzen. Rapsöl oder Paraffinöl wirken ähnlich. Isoliere befallene Pflanzen sofort, um eine Ausbreitung zu verhindern. Bei Pilzbefall entferne befallene Blätter großzügig und entsorge sie im Hausmüll. Verbessere die Kulturbedingungen, reduziere die Feuchtigkeit und erhöhe die Luftzirkulation.
✂️ Rückschnitt & Formschnitt
Der Rückschnitt bei der Bangalowpalme ist unkompliziert, da Palmen nur aus einem einzigen Vegetationspunkt wachsen. Schneide nur abgestorbene, vollständig braune Wedel – und auch diese erst, wenn sie komplett vertrocknet sind. Grüne oder teilweise grüne Wedel sollten nicht entfernt werden, da die Palme daraus noch Nährstoffe zurückzieht und für das Wachstum nutzt. Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt ist das Frühjahr oder der Herbst, wenn die Temperaturen mild sind. In diesen Phasen ist die Palme aktiv genug, um Schnittwunden gut zu verschließen. Im Winter solltest du auf Schnittarbeiten verzichten, da die Palme ruht.
Verwende eine saubere, scharfe Säge oder Gartenschere und desinfiziere das Werkzeug vor und nach dem Schnitt mit Alkohol, um keine Krankheiten zu übertragen. Setze den Schnitt möglichst nah am Stamm an – schneide verwelkte Blätter an der Basis des Blattstiels ab –, ohne jedoch den Stamm selbst zu verletzen. Ein glatter Schnitt heilt besser als ein ausgefranster. Nach dem Schnitt kannst du die Schnittstellen mit spezieller Wundpaste oder Holzkohle versiegeln, um das Eindringen von Krankheitserregern zu verhindern, obwohl die Palme die Wunden in der Regel selbst verschließt.
Entferne auch beschädigte oder eingerissene Wedel sowie verblühte Blütenstände, um die Kraft der Palme in die neuen Wedel zu lenken. Trage beim Schneiden Handschuhe und eine Brille, um dich vor herabfallenden Blättern zu schützen. Ein regelmäßiger Pflegeschnitt hält die Palme vital und sorgt für ein gepflegtes Erscheinungsbild.
⚠️ Typische Pflegefehler
Auch bei der robusten Bangalowpalme können Pflegefehler auftreten, die das Wachstum beeinträchtigen. Die häufigsten Fehler und ihre Symptome:
- Staunässe: Zeigt sich durch gelbe Wedel, einen muffigen Geruch aus dem Substrat und braune, matschige Wurzeln. Verursacht durch zu häufiges Gießen, fehlende Drainage oder einen zu großen Topf. Abhilfe: Umtopfen in frisches, durchlässiges Substrat, beschädigte Wurzeln entfernen, Gießrhythmus anpassen.
- Zu wenig Wasser: Die Wedel neigen sich nach unten, die Blattspitzen vertrocknen und werden braun-knusprig. Die Erde ist dauerhaft trocken und steinhart. Abhilfe: Gießrhythmus erhöhen, Fingerprobe durchführen, evtl. Topf in Wasser tauchen, bis keine Blasen mehr aufsteigen.
- Zu dunkler Standort: Die Palme bildet lange, dünne, hellgrüne Wedel (Vergeilung), das Wachstum pausiert, und die Wedel neigen sich kraftlos nach unten. Abhilfe: Umzug an einen helleren Standort, bei Zimmerhaltung Pflanzenlampe ergänzen.
- Ungünstiger Schnitt: Abschneiden grüner oder teilweise grüner Wedel schwächt die Palme, da sie daraus noch Nährstoffe gewinnen könnte. Das Wachstum verlangsamt sich, und die Palme wird empfindlicher. Abhilfe: Nur vollständig braune Wedel entfernen.
- Kälteschäden: Braune, matschige Wedel nach Frost, die Palme treibt im Frühjahr nicht mehr aus, der Vegetationspunkt ist erfroren. Abhilfe: Rechtzeitig einräumen oder ausreichend schützen, junge Pflanzen frostfrei halten.
- Überdüngung: Braune Blattränder und -spitzen, weißer Salzbelag auf der Erde, Wurzelverbrennung. Abhilfe: Substrat gründlich durchspülen, Düngergaben reduzieren, beim nächsten Umtopfen frisches Substrat verwenden.
- Gelbe Blätter: Können verschiedene Ursachen haben – Staunässe, Nährstoffmangel (besonders Magnesium), zu dunkler Standort oder natürliches Altern der unteren Wedel. Abhilfe: Ursache identifizieren und Pflegebedingungen anpassen.
Die Fingerprobe vor dem Gießen, eine langsame Gewöhnung an Standortwechsel und eine sorgfältige Beobachtung der Palme helfen, die meisten Pflegefehler zu vermeiden. Bei Unsicherheiten lieber vorsichtiger agieren – die Bangalowpalme toleriert kurze Trockenheit besser als Staunässe, und ein etwas zu dunkler Standort ist weniger riskant als ein Kälteschock.
📅 Pflegekalender für die Bangalowpalme
Der Pflegekalender zeigt dir auf einen Blick, welche Maßnahmen zu welcher Jahreszeit anstehen, damit deine Bangalowpalme optimal gedeiht:
Praxis-Beispiel: Bangalowpalme in der Anwendung
Ausgangssituation:
Ein Kunde aus Regensburg hat seine Bangalowpalme vor drei Jahren bei uns gekauft – damals etwa 120 Zentimeter hoch. Er suchte eine schnellwachsende Palme für seinen hellen Wintergarten mit Südausrichtung.
Maßnahmen:
Wir empfahlen einen halbschattigen bis sonnigen Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit. Er gießt alle 4-5 Tage durchdringend und düngt wöchentlich mit löslichem Palmendünger. Im Wintergarten herrschen ganzjährig 16-22 Grad Celsius, im Winter reduziert er die Temperatur auf 12-15 Grad. Die Palme wurde bereits zweimal umgetopft, da sie das Wurzelvolumen schnell ausfüllt.
Ergebnis:
Heute steht sie bei über 2,5 Metern und bildet jedes Jahr 8-10 neue Wedel aus. Die Wedel sind kräftig dunkelgrün und frei von Schädlingen. Bei einem Besuch in unserem Ladengeschäft in Rogging berichtete er, dass seine Bangalowpalme das Herzstück seines Wintergartens ist und Besucher regelmäßig nach ihr fragen.
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Qualität von Palmenstadl: Alle Bangalowpalmen werden freilandgezogen, sorgfältig selektiert und visuell geprüft.
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