Oleander (Nerium oleander)
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🌺 Oleander – Mediterrane Blütenpracht von Juni bis September
Kaum eine Pflanze steht so sehr für das Flair des Mittelmeers wie der Oleander (Nerium oleander). Mit seinen üppigen Blüten in leuchtendem Rosa, reinem Weiß, flammendem Rot oder zartem Gelb und seinem immergrünen, ledrigen Laub bringt er das Urlaubsgefühl sonniger Küstenlandschaften direkt auf deinen Balkon oder deine Terrasse. Von Juni bis September blüht er anhaltend und reichlich – vorausgesetzt, Standort und Pflege stimmen. Als klassische Terrassenpflanze für sonnige Lagen ist er seit Generationen beliebt und zählt zu den beliebtesten mediterranen Kübelpflanzen überhaupt.
Der Oleander wächst je nach Schnitt und Kultur als kompakter Strauch oder wird zu einem beeindruckenden Solitär von bis zu vier Metern Höhe. Als Hochstamm auf der Terrasse oder als buschige Kübelpflanze – er macht überall eine gute Figur und entwickelt sich mit den richtigen Standortbedingungen zu einem echten Blütenwunder. Botanisch gehört er zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) und ist mit Dipladenie und Wüstenrose verwandt. Ein wichtiger Hinweis: Alle Pflanzenteile des Oleaners sind stark giftig – beim Umgang immer Handschuhe tragen.
Für alle, die einen sonnigen Platz und die Bereitschaft mitbringen, den Oleander im Winter ins Haus zu holen, bietet er einen mediterranen Farbakzent, der die gesamte Terrasse aufwertet. Mit dem richtigen Wissen ist er überraschend unkompliziert zu kultivieren und belohnt gute Pflege mit jahrzehntelanger Blühfreude.
☀️ Standort & Licht
Der Oleander ist ein echtes Kind des Mittelmeers. Seine natürliche Heimat erstreckt sich von Marokko und Portugal im Westen über das gesamte Mittelmeergebiet bis hin nach Iran, Pakistan und Indien im Osten. Er wächst bevorzugt entlang von Bachläufen, Flussufern und in Schluchten – oft in Gebieten, die monatelang trocken und heiß sind, während er in tieferen Bodenschichten noch auf Feuchtigkeit zugreifen kann. Die Klimabedingungen seiner Heimat sind klar: heiße, trockene Sommer mit Temperaturen von 30 bis 40 °C, intensive Sonneneinstrahlung über acht bis zehn Stunden täglich und milde Winter, in denen Frost selten oder ausgeschlossen ist. An den Küsten des Mittelmeers prägt er ganze Landschaften – er kleidet Straßenränder, Berghänge und Gärten von Portugal bis in den Nahen Osten in seine leuchtendes Blütenpracht. Diese ausgeprägte Anpassung an Hitze, Sonne und Trockenheit macht ihn zu einer robusten Pflanze, die – richtig kultiviert – jahrzehntelang begeistert. An seiner Heimat erkennt man: Der Oleander ist kein Halbschattenkandidat, sondern eine Pflanze, die Sonne in vollen Zügen liebt.
Licht ist der absolut entscheidende Faktor für die Blüte des Oleaners. In seiner mediterranen Heimat steht er unter der intensivsten Sonneneinstrahlung Europas – acht bis zehn Stunden direkte Sonne täglich sind sein natürlicher Rhythmus. Bei ausreichend Licht setzt er von Juni bis September kontinuierlich neue Knospen an. An Halbschattenstandorten wächst er zwar weiter, die Blütenbildung bleibt aber deutlich hinter seinem Potenzial zurück. Die Kombination aus Licht und Wärme stimuliert seine Blüte besonders: An einer wärmeabstrahlenden Hauswand, die die Sonnenwärme des Tages speichert und abends wieder abgibt, läuft der Oleander zur vollen Form auf.
Für deinen Garten oder Balkon bedeutet das: Ein vollsonniger Platz an der Süd- oder Südwestseite, geschützt vor Wind, ist ideal – am besten direkt vor einer Hauswand. Ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind und die Temperaturen dauerhaft über 12 bis 15 °C liegen, zieht der Oleander strahlend nach draußen. Wenn er nach der Überwinterung aus dem Innenbereich kommt, gewöhne ihn schrittweise an die volle Sonne: Ein bis zwei Wochen an einem hellen, halbschattigen Übergangsplatz verhindern Blattverbrennungen. In wärmeren deutschen Regionen wie dem Rheintal, dem Oberrheingraben oder Südbayern fühlt sich der Oleander besonders wohl und entwickelt sich zu einem prachtvollen Solitär.
💧 Bewässerung
Der Oleander liebt Wasser – das unterscheidet ihn von vielen anderen mediterranen Kübelpflanzen. In seiner natürlichen Heimat wächst er an Bachläufen und Flussufern, wo seine tiefen Wurzeln auch in Trockenperioden an Feuchtigkeit heranreichen. Im Kübel spiegelt sich das wider: Die Erde sollte gleichmäßig feucht gehalten werden. Dennoch gilt: gut durchfeuchtetes Substrat ja – dauerhaft nasser Topf nein. Staunässe schädigt die Wurzeln auch beim wasserliebendem Oleander.
Tägliche Kontrolle im Sommer
Im Hochsommer bei praller Sonne und hohen Temperaturen kann der Oleander erstaunliche Wassermengen aufnehmen – eine tägliche Kontrolle mit der Fingerprobe ist in dieser Phase sinnvoll. Gieße immer gründlich durch, bis Wasser aus den Drainagelöchern läuft, und leere den Untersetzer nach spätestens 30 Minuten. Für die Wasserqualität gilt: Kalkarmes, weiches Wasser ist deutlich bevorzugt – hartes Leitungswasser führt auf Dauer zu Kalkablagerungen im Substrat und kann das Wachstum beeinträchtigen. Regenwasser ist ideal; alternativ hilft kurz abgestandenes Leitungswasser.
Gießrhythmus im Jahresverlauf
- Frühjahr (März–April): Vorsichtig beginnen, Wassermenge mit wärmer werdenden Temperaturen steigern.
- Sommer (Mai–September): Gleichmäßig feucht halten – bei Hitze täglich prüfen, Untersetzer nach dem Gießen leeren.
- Herbst (Oktober): Gießmenge schrittweise reduzieren, wenn die Pflanze ins Winterquartier vorbereitet wird.
- Winter: Sehr sparsam gießen – je kühler und dunkler das Winterquartier, desto weniger Wasser. Erde darf leicht antrocknen, aber nicht vollständig austrocknen.
💡 Wichtiger Hinweis:
Das Gießwasser des Oleaners ist giftig – schütte es nicht auf Beete mit Gemüse oder Kräutern. Gib es direkt in den Abfluss oder nutze es für Zierpflanzen, zu denen keine Kinder oder Haustiere Zugang haben.
🪴 Substrat & Umtopfen
Bester Zeitpunkt zum Umtopfen
Alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr – direkt beim Herausnehmen aus dem Winterquartier im März oder April, noch vor dem kräftigen Neuaustrieb. Frisches Substrat gibt dem Oleander neuen Schwung für die Blühsaison. In Zwischenjahren lohnt es sich, die oberste Erdschicht gegen frisches Substrat auszutauschen, um die Nährstoffversorgung zu verbessern.
Anzeichen für notwendiges Umtopfen
Wurzeln, die aus den Drainagelöchern herauswachsen, oder Gießwasser, das sofort ungebremst durchläuft, sind deutliche Zeichen. Auch wenn eine kräftig gepflegte Pflanze trotz Düngung weniger üppig blüht oder der Topf beim Gießen instabil wird, ist ein größeres Gefäß angebracht. Beim Oleander, der zu einem stattlichen Strauch heranwächst, ist außerdem auf ausreichende Standfestigkeit zu achten.
Substrat- und Topfwahl
Der Oleander bevorzugt eine nährstoffreiche, gut durchlässige Kübelpflanzenerde. Im Palmenstadl-Substratsortiment findest du hochwertige Optionen – optional ergänzt durch Lavagranulat oder Perlite, um die Drainage zu optimieren. Wähle einen Topf, der 5 bis 8 cm größer ist als der vorherige. Für größere Exemplare und Hochstamm-Formen bieten schwerere Terrakotta- oder Steingutgefäße die nötige Standfestigkeit, damit die Pflanze bei Wind nicht umkippt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Trage beim Umtopfen unbedingt Handschuhe – alle Pflanzenteile des Oleaners sind stark giftig, und beim Hantieren mit Wurzeln und Erde kann Pflanzensaft austreten. Topfe die Pflanze vorsichtig aus, lockere den Wurzelballen leicht und entferne alte, abgestorbene Wurzeln. Lege eine Drainageschicht in den neuen Topf, fülle frisches Substrat ein, setze die Pflanze mittig und fülle auf. Gründlich angießen und an einem hellen, aber noch nicht vollsonnigen Platz aufstellen, damit sich die Wurzeln gut einleben können.
🌿 Düngung
Der Oleander ist ein kräftiger Wachser mit entsprechend hohem Nährstoffbedarf während der Vegetationsphase. Ohne ausreichende Düngung blüht er weniger üppig und das Laub verliert an Leuchtkraft. Von April bis September ist eine regelmäßige Versorgung mit Nährstoffen einer der wichtigsten Faktoren für anhaltende Blütenpracht.
Empfohlene Düngevarianten
- Langzeitdünger 6 Monate: Im Frühjahr beim Umtopfen einarbeiten – versorgt den Oleander gleichmäßig über die gesamte Blühsaison ohne weiteres Zutun.
- Langzeitdünger 3 Monate: Im Frühjahr und nochmals Mitte Sommer einarbeiten – lückenlose Versorgung über alle Blühmonate.
- Löslicher Blühpflanzendünger (wöchentlich): Von April bis September wöchentlich über das Gießwasser – für schnell verfügbare Nährstoffe und besonders intensive Blütenfarben. Immer auf feuchte Erde, niemals auf ausgetrocknetes Substrat.
Ab Oktober, wenn die Temperaturen sinken und die Pflanze auf die Überwinterung vorbereitet wird, wird die Düngung eingestellt. Im Winterquartier braucht der Oleander keine Nährstoffe. Erst wenn im Frühjahr der erste Neuaustrieb sichtbar wird, beginnt die Düngung neu. Das gesamte Palmenstadl-Düngersortiment bietet dir alle passenden Optionen für optimale Oleander-Versorgung.
🍊 Blüten & Früchte
Die Blüten des Oleaners sind ein mediterranes Festmahl für die Augen: Von Juni bis September entfalten sich die trichterförmigen Blüten mit fünf verwachsenen Kronblättern und den charakteristischen, fransenartigen Anhängseln in der Blütenmitte – ein unverwechselbares Merkmal der Art. Je nach Sorte leuchten sie in leuchtendem Rosa, reinem Weiß, flammendem Rot, zartem Lachs oder sonnigem Gelb; gefüllte Sorten bieten eine besonders dichte, rosenähnliche Blütenfülle. Die Blüten erscheinen in großen Büscheln an den Triebspitzen und werden von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten besucht. An vollsonnigen, warmen Standorten setzt der Oleander über die gesamte Blühsaison hinweg kontinuierlich neue Knospen an – eine anhaltende Blütenpracht, die seinesgleichen sucht.
Nach der Blüte bildet der Oleander schlanke, längliche Früchte (Balgfrüchte), die bei Reife aufreißen und federleichte, behaarte Samen freisetzen. Diese Früchte sind – wie alle Pflanzenteile – stark giftig und sollten besonders in Haushalten mit Kindern und Haustieren regelmäßig entfernt werden. In Kübelkultur ist die Fruchtbildung unterschiedlich ausgeprägt; viele Exemplare blühen anhaltend, ohne nennenswert zu fruchten.
❄️ Überwinterung
Der Oleander ist in Mitteleuropa nicht winterhart und verträgt dauerhaften Frost nur in Ausnahmefällen. Spätestens wenn die Temperaturen regelmäßig unter -5 °C fallen, sollte er im Winterquartier sein – ideal bereits ab Oktober, wenn die Nächte kühler werden. Mit der richtigen Überwinterung kannst du deinen Oleander viele Jahrzehnte kultivieren und jedes Frühjahr neu zum Blühen bringen. Die Strategie lautet: kühl, hell, trocken.
Klassische Überwinterung (5–10 °C): Ein heller Wintergarten, ein helles Gewächshaus oder ein helles, kühles Treppenhaus sind ideal. Dort gießt du sehr sparsam – die Erde darf leicht antrocknen, sollte aber nie vollständig austrocknen. Düngung entfällt. Je dunkler das Winterquartier, desto kühler sollte die Temperatur sein: Bei 0 bis 5 °C und wenig Licht ruht die Pflanze tief und übersteht auch dunklere Standorte gut.
Milde Regionen: In sehr geschützten, warmen Lagen – etwa im Rheintal oder in Innenstadtbereichen großer Städte – kann ein gut ausgewachsener Oleander mit einem Vliesschutz und einer Styroporplatte unter dem Topf draußen überwintert werden. Das bleibt jedoch mit einem gewissen Risiko verbunden; eine sichere, frostfreie Überwinterung drinnen ist immer die verlässlichere Wahl. Alle Infos zur Überwinterung von Oleander und anderen Kübelpflanzen findest du in unserem ausführlichen Ratgeber zur Kübelpflanzen-Überwinterung.
💨 Luftfeuchtigkeit
Als mediterrane Pflanze ist der Oleander bei der Luftfeuchtigkeit angenehm genügsam. In seiner Heimat an den Küsten und im Landesinneren des Mittelmeers herrscht ein trockenes bis mäßig feuchtes Klima – intensive Sommerhitze mit niedriger Luftfeuchtigkeit ist für ihn kein Stress, sondern sein natürliches Umfeld. Auf dem Balkon oder der Terrasse im Sommer kommt er mit der natürlichen deutschen Sommerluft ausgezeichnet zurecht, ohne dass besondere Maßnahmen nötig sind.
Im Winterquartier
Auch im Winterquartier stellt die Luftfeuchtigkeit kein Thema dar: Der Oleander verträgt trockene Heizungsluft gut und benötigt keine Luftbefeuchter oder regelmäßiges Besprühen. Wichtiger als die Luftfeuchtigkeit sind bei der Überwinterung die Temperatur und – besonders – die Lichtverfügbarkeit. Ein heller Standort ist für eine gute Überwinterung entscheidend.
Im Freien schätzt der Oleander windgeschützte Lagen, denn anhaltender Wind trocknet das ledrige Blattwerk aus und kühlt die Pflanze in den Abendstunden unnötig. Eine Hauswand im Rücken schafft hier das ideale Mikroklima. Alle Hintergründe zu Luftfeuchtigkeitsbedürfnissen mediterraner Pflanzen findest du in unserem Luftfeuchtigkeits-Guide für mediterrane und tropische Pflanzen.
🐛 Schädlinge & Krankheiten
Häufige Schädlinge
- Schildläuse: Der klassische Oleander-Schädling – besonders häufig im Winterquartier bei warmen, trockenen Bedingungen. Erkennbar an braunen, schuppenartigen Auflagerungen an Trieben und Blattunterseiten sowie klebrigem Honigtau. Bei leichtem Befall mechanisch mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen entfernen; bei stärkerem Befall hilft Neemöl, mehrfach angewendet.
- Wollläuse: Weiße, wattige Kolonien in Blattachseln und an Trieben. Ebenfalls bevorzugt im Winterquartier. Mechanisches Entfernen mit Alkohol-Wattestäbchen funktioniert gut bei leichtem Befall; Neemöl und Schmierseife wirken bei stärkerem Befall zuverlässig.
- Spinnmilben: Besonders bei trockener, warmer Luft aktiv. Erkennbar an feinen Gespinsten auf der Blattunterseite und hellen Punkten auf den Blättern. Regelmäßiges Besprühen der Blattunterseiten mit Wasser beugt ihnen vor; Neemöl wirkt bei Befall.
- Oleandermotte: Die Raupen fressen nachts an Blättern und hinterlassen eingesponnene Triebspitzen. Befallene Triebe konsequent entfernen, die Pflanze morgens kontrollieren.
Pilzkrankheiten und weitere Erkrankungen
Wurzelfäule durch Staunässe ist die häufigste Krankheitsursache: gelbe Blätter und nachlassende Vitalität trotz Bewässerung sind Anzeichen. Frühzeitiges Umtopfen in frisches, durchlässiges Substrat mit Entfernen befallener Wurzeln hilft. Ölflecken-Krankheit (Oleanderbakteriose) zeigt sich durch gelblich-braune, ölige Flecken auf den Blättern – befallene Blätter entfernen und gut lüften, da die Krankheit bei feuchtem Wetter und Wunden an der Pflanze eindringt. Blattflecken durch Pilze entstehen meist bei anhaltender Blattnässe – Gießen immer auf die Erde, nie auf Blattwerk richten.
Vorbeugung
Regelmäßige Blattkontrolle – besonders im Winterquartier, wo Schädlinge bei warmen Temperaturen und wenig Luftbewegung bevorzugt auftreten – ist die wichtigste Vorsichtsmaßnahme. Den Oleander vor dem Einwintern auf Schädlinge prüfen und behandeln, damit du keine Schädlinge ins Winterquartier bringst. Neue Pflanzen kurz gesondert beobachten. Optimale Pflege und gute Luftzirkulation am Standort halten die Pflanze vitaler und widerstandsfähiger. Beim Umgang stets Handschuhe tragen.
Bekämpfung
Bei leichtem Befall mechanisch entfernen – Abwischen mit feuchtem Tuch oder Alkohol-Wattestäbchen. Biologische Mittel wie Neemöl oder Schmierseife wirken gut und sind pflanzenverträglich; mehrfach im Abstand von drei bis fünf Tagen anwenden. Chemische Mittel nur als letzte Option. Nach allen Arbeiten am Oleander Handschuhe tragen und Hände gründlich waschen – alle Pflanzenteile sind stark giftig.
✂️ Rückschnitt & Formschnitt
Der Rückschnitt des Oleaners ist unkompliziert und ein wesentlicher Schritt für buschigen Wuchs und reiche Blüte. Trage dabei immer Handschuhe und vermeide es, Pflanzensaft in Augen oder Mund zu bringen – alle Pflanzenteile und besonders der austretende Milchsaft des Oleaners sind stark giftig. Schnittabfälle sorgfältig entsorgen, nicht kompostieren.
Wann und wie schneiden
Der optimale Zeitpunkt für den kräftigen Rückschnitt ist das Frühjahr – direkt beim Herausnehmen aus dem Winterquartier im März oder April, noch vor dem Neuaustrieb. Kürze die Triebe kräftig um ein Drittel bis zur Hälfte zurück: Das regt starke Neuaustriebe an, an deren Spitzen die Blütenknospen erscheinen. Schneide immer knapp über einem Blattpaar oder einem Seitentrieb. Scharfe, saubere Scheren sorgen für glatte Schnittflächen und gute Wundheilung.
Was entfernen
Im Frühjahr werden alle eingetrockneten, abgestorbenen und nach innen wachsenden Triebe vollständig entfernt. Das lichtet den Strauch aus und verbessert die Luftzirkulation im Innern – das reduziert das Pilzrisiko und regt gleichmäßigen Wuchs an. Verblühte Blütenstände kannst du während der Saison regelmäßig entfernen, um die Pflanze zur nächsten Blütewelle anzuregen.
Hochstamm-Pflege
Beim Oleander als Hochstamm entfernst du Neutriebe am Stamm unterhalb der Krone konsequent – diese Wassertriebe schwächen die Krone. Die Krone selbst lässt sich im Frühjahr leicht auslichten und in eine gleichmäßige, runde Form schneiden. Ein gut gepflegter Hochstamm-Oleander entwickelt sich zu einem eleganten Solitär mit einer kompakten, blühfreudigen Krone.
⚠️ Typische Pflegefehler
Diese häufigen Fehler lassen sich mit dem richtigen Wissen leicht vermeiden:
- Halbschattenstandort: Der häufigste Grund für wenig oder keine Blüte. Erkennbar daran, dass die Pflanze wächst, aber kaum Knospen ansetzt. Lösung: Vollsonnigen Platz mit mindestens sechs bis acht Stunden direktem Sonnenlicht wählen.
- Staunässe: Gelbe Blätter und nachlassende Vitalität trotz regelmäßigem Gießen sind Anzeichen. Lösung: Untersetzer nach dem Gießen konsequent leeren, durchlässiges Substrat verwenden.
- Hartes Leitungswasser: Führt langfristig zu Kalkschäden und ungutem Substrat. Lösung: Regenwasser oder kurz abgestandenes Leitungswasser nutzen.
- Kein Rückschnitt im Frühjahr: Ohne Schnitt verholzen ältere Triebe, die Blüte rückt buchstäblich immer weiter nach oben, und die Pflanze verliert ihre kompakte Form. Lösung: Jedes Frühjahr kräftig zurückschneiden.
- Zu warmes Winterquartier ohne ausreichend Licht: Bei dauerhaft über 12 °C und wenig Licht zieht die Pflanze durch, treibt dünn aus und ist im Frühjahr weniger blühbereit. Lösung: Kühl (5–10 °C) und möglichst hell überwintern.
- Schädlinge übersehen: Schildläuse und Wollläuse im Winterquartier werden oft erst bemerkt, wenn der Befall stark ist. Lösung: Regelmäßige Blattkontrolle, besonders im Winter, und den Oleander vor dem Einwintern auf Schädlinge prüfen.
📅 Pflegekalender
Die wichtigsten Pflegemaßnahmen für den Oleander im Jahresverlauf:
Praxis-Beispiel: Oleander in der Anwendung
Ausgangssituation:
Ein Kunde aus Passau kaufte seinen Oleander als großen Busch in leuchtendem Rosa vor vier Jahren bei uns. Er suchte eine robuste Terrassenpflanze mit langer Blütezeit für seine vollsonnige, geschützte Südterrasse mit Blick auf die Donau – und wollte einen Mittelpunkt schaffen, der mediterrane Atmosphäre ausstrahlt.
Maßnahmen:
Wir empfahlen einen schweren Terrakotta-Topf direkt an der wärmeabstrahlenden Hauswand sowie durchlässige Kübelpflanzenerde. Er gießt mit aufgefangenem Regenwasser und prüft täglich im Sommer. Wöchentlich düngt er mit löslichem Blühpflanzendünger, und jeden März schneidet er die Triebe kräftig zurück. Im Oktober kommt der Oleander in seinen hellen, ungeheizten Wintergarten bei etwa 6 °C; dort kontrolliert er ihn regelmäßig auf Schildläuse.
Ergebnis:
Der Oleander blüht bei ihm jedes Jahr von Mitte Juni bis Ende September in einer Fülle, die Besucher regelmäßig begeistert. Er hat sich zu einem stattlichen Strauch entwickelt und übersteht dank konsequentem Rückschnitt jede neue Saison buschiger und blühfreudiger. Bei einem Besuch in unserem Ladengeschäft in Rogging berichtete er, dass der Oleander zum absoluten Herzstück seiner Terrasse geworden ist.
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Qualität von Palmenstadl: Alle Oleander werden freilandgezogen, sorgfältig selektiert und visuell geprüft.
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