Eukalyptus gunnii
Hersteller gemäß GPSR
Palmenstadl-Pflanzen
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🌿 Eucalyptus gunnii – Schnellwachsender Eukalyptus mit silbrigem Blattwerk
Mit Eucalyptus gunnii holst du dir einen Hauch australischer Wildnis in deinen Garten – ein schnellwachsender, immergrüner Baum mit charakteristischem silbrig-blauen Laub, das zu jeder Jahreszeit für Aufsehen sorgt. Die jungen, runden Blätter wirken wie kleine Silbermünzen und verströmen bei Berührung den typisch würzigen Eukalyptusduft. Selbst im Winter bleibt dieser Baum ein Blickfang mit seiner sich abschälenden, mehrfarbigen Rinde.
Der Mostgummi-Eukalyptus stammt aus dem Hochland Tasmaniens und gehört zu den winterhärtesten Eukalyptusarten überhaupt. Mit einem jährlichen Zuwachs von 50-100 cm in jungen Jahren entwickelt er sich rasch zu einem prägnanten Solitärbaum, der in mitteleuropäischen Gärten meist 5-10 Meter erreicht. Sein dichter, kegelförmiger Wuchs macht ihn ideal als Sichtschutz, während die aromatischen Blätter in der Floristik hochbegehrt sind.
Perfekt für alle, die einen robusten, pflegeleichten Exoten suchen, der auch kühlere Regionen verträgt und mit seinem außergewöhnlichen Erscheinungsbild mediterrane bis subtropische Akzente setzt – sei es im Garten oder als eindrucksvolle Kübelpflanze für Terrasse und Wintergarten.
☀️ Standort & Licht
Eucalyptus gunnii stammt aus dem kühlen Hochland Tasmaniens, wo er in Höhenlagen zwischen 600 und 1.300 Metern wächst. Dort herrscht ein gemäßigtes Klima mit warmen Sommern und kalten, oft frostigen Wintern – die Temperaturen können von milden Sommermonaten mit durchschnittlich 15-20 °C bis zu winterlichen Tiefsttemperaturen von -10 °C und darunter schwanken. Die Region erhält moderate bis hohe Niederschläge, vor allem im Winterhalbjahr, während die Sommer eher trocken ausfallen. Der Mostgummi-Eukalyptus wächst dort als Einzelbaum oder in lockeren Gruppen auf gut drainierten, steinigen Böden und entwickelt eine kegelförmige Krone, die sich perfekt an die windigen Bedingungen der Hochlagen anpasst.
In seiner natürlichen Heimat genießt Eucalyptus gunnii volle Sonneneinstrahlung über den gesamten Tag – oft 8-10 Stunden direktes Sonnenlicht in den Sommermonaten. Diese intensive Lichtversorgung ist entscheidend für das charakteristische silbrig-blaue Laub und den kompakten, dichten Wuchs. In schattigen oder halbschattigen Lagen bildet der Baum längere Triebe mit weniger ausgeprägtem Blauton und kann anfälliger für Pilzkrankheiten werden. Die starke Sonneneinstrahlung sorgt zudem dafür, dass die ätherischen Öle in den Blättern besonders konzentriert sind, was den intensiven Duft erklärt.
Für dich bedeutet das einen vollsonnigen Platz im Garten oder auf der Terrasse – idealerweise in Südlage oder vor einer nach Süden ausgerichteten Hauswand, die zusätzlichen Wärmeschutz bietet. In mitteleuropäischen Gärten eignet sich Eucalyptus gunnii besonders gut für Weinbauklima und geschützte Stadtlagen, wo milde Winter und warme Sommer die tasmanischen Bedingungen am besten nachahmen. Als Kübelpflanze kannst du ihn im Sommer an einen vollsonnigen, warmen Standort auf Balkon oder Terrasse stellen und im Winter in einen hellen, kühlen Wintergarten oder ein unbeheiztes Gewächshaus bringen. Auch im Zimmer ist eine Kultur möglich, solange du für ausreichend Licht und kühle Überwinterung sorgst – ein Südfenster mit direkter Sonne ist hier Minimum.
💧 Bewässerung
Wasserbedarf: Eucalyptus gunnii hat einen moderaten bis hohen Wasserbedarf, besonders während der Hauptwachstumsphase im Frühjahr und Sommer. Junge Pflanzen und frisch ausgepflanzte Exemplare benötigen in den ersten Monaten regelmäßige Wassergaben, um ein tiefreichendes Wurzelsystem aufzubauen. Gieße in dieser Phase alle 3-5 Tage durchdringend, sodass der Boden bis in tiefere Schichten feucht wird. Etablierte Bäume im Freiland sind deutlich trockentoleranter und kommen auch mit längeren Trockenperioden zurecht – hier reicht es, nur bei anhaltender Dürre zusätzlich zu wässern.
Gießrhythmus: In Kübelkultur gießt du im Sommer etwa alle 4-6 Tage, je nach Topfgröße, Temperatur und Sonneneinstrahlung. Die obersten 2-3 cm Substrat dürfen zwischen den Wassergaben leicht antrocknen, bevor du erneut gießt. Im Herbst reduzierst du die Wassermenge allmählich, und während der Winterruhe benötigt der Eukalyptus nur sporadisches Gießen – etwa alle 10-14 Tage, um die Wurzeln vor dem Austrocknen zu schützen. Achte darauf, dass überschüssiges Wasser immer gut abfließen kann, denn Staunässe ist einer der häufigsten Pflegefehler bei Exoten.
Wasserhärte: Eucalyptus gunnii toleriert sowohl weiches als auch mittelhartes Leitungswasser problemlos. In Regionen mit sehr hartem Wasser kannst du gelegentlich mit Regenwasser gießen, um Kalkablagerungen im Substrat zu vermeiden, aber generell ist der Eukalyptus hier anspruchsloser als viele andere Exoten.
Drainage: Eine gute Drainage ist essenziell für gesundes Wachstum. Bei Kübelpflanzen solltest du eine mindestens 5 cm hohe Drainageschicht aus Blähton, Kies oder Lavagranulat im Topfboden einarbeiten. Im Freiland wählst du idealerweise einen leicht erhöhten Standort oder verbesserst schwere Böden durch Einarbeiten von Sand und Kompost, um die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen.
🪴 Substrat & Umtopfen
Bester Zeitpunkt zum Umtopfen
Der ideale Zeitpunkt zum Umtopfen ist das späte Frühjahr, sobald die Spätfröste vorüber sind und der Baum in die Wachstumsphase startet. Zu diesem Zeitpunkt kann Eucalyptus gunnii seine Energie voll in die Wurzelbildung stecken und wächst schnell im neuen Substrat ein. Vermeide das Umtopfen während der Winterruhe oder im Hochsommer, da die Pflanze dann weniger regenerationsfähig ist.
Anzeichen für notwendiges Umtopfen
Du erkennst, dass ein Umtopfen nötig ist, wenn Wurzeln aus den Drainagelöchern wachsen oder das Substrat stark verdichtet und erschöpft wirkt. Weitere Signale sind verlangsamtes Wachstum trotz guter Pflege, schnelles Austrocknen des Topfes oder instabile Standfestigkeit durch ein zu kleines Gefäß. Junge, schnellwachsende Eukalyptuspflanzen sollten jährlich umgetopft werden, ältere Exemplare alle 2-3 Jahre.
Substrat- und Topfwahl
Verwende die Palmenstadl-Palmenerde direkt – sie ist perfekt abgestimmt und muss nicht gemischt werden. Optional kannst du den Drainageanteil durch Zugabe von Lavagranulat, Bims oder Perlite erhöhen, um die Durchlässigkeit weiter zu verbessern. Der neue Topf sollte etwa 5-10 cm größer im Durchmesser sein als der alte und zwingend Drainagelöcher besitzen. Schwere Tontöpfe oder Pflanzkübel bieten bessere Standfestigkeit bei schnellwachsenden Eukalyptusbäumen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Topfe den Eukalyptus vorsichtig aus und lockere den Wurzelballen leicht mit den Fingern, um alte, verdichtete Erde zu entfernen. Platziere eine Drainageschicht im neuen Topf und fülle etwas frisches Substrat hinzu. Setze die Pflanze mittig ein – die Oberkante des Wurzelballens sollte etwa 2-3 cm unter dem Topfrand liegen. Fülle die Zwischenräume mit Substrat auf, drücke es leicht an und gieße kräftig durch, damit sich die Erde setzt und Lufttaschen verschwinden.
🌿 Düngung
Nährstoffbedarf: Eucalyptus gunnii hat einen eher geringen bis moderaten Nährstoffbedarf im Vergleich zu stark zehrenden Exoten. In seiner natürlichen Heimat wächst er auf kargen, steinigen Böden, die nur mäßig Nährstoffe liefern. Eine Überdüngung kann zu übermäßigem, weichem Wachstum führen, das anfälliger für Frostschäden und Krankheiten ist. Daher gilt: Weniger ist mehr – lieber moderat düngen und die Pflanze robust halten.
Langzeitdünger: Die einfachste Methode ist die Verwendung eines Langzeitdüngers mit 6 Monaten Wirkdauer, den du im zeitigen Frühjahr in das Substrat einarbeitest. Eine Gabe pro Jahr reicht bei etablierten Pflanzen völlig aus. Alternativ kannst du einen Langzeitdünger mit 3 Monaten Wirkdauer verwenden und im Frühsommer eine zweite Gabe nachlegen, um die Nährstoffversorgung über die gesamte Wachstumsphase sicherzustellen.
Löslicher Dünger: Für Kübelpflanzen eignet sich ein löslicher Palmendünger, den du während der Wachstumsphase von April bis August wöchentlich mit dem Gießwasser verabreichst. Halte dich an die Dosierungsempfehlung des Herstellers oder dünge eher etwas schwächer, um ein zartes Gleichgewicht zwischen Wachstum und Robustheit zu wahren. Ab September stellst du die Düngung vollständig ein, damit der Eukalyptus sich auf die Winterruhe vorbereitet.
Herbstvorbereitung: Ein kaliumbetonter Herbstdünger im September oder Oktober kann die Frosthärte verbessern, indem er das Gewebe festigt und die Zellwände stärkt. Diese Maßnahme ist besonders in kälteren Regionen sinnvoll, um den Baum widerstandsfähiger gegen Winterfröste zu machen.
🍊 Blüten & Früchte
Eucalyptus gunnii blüht mit kleinen, cremefarbenen bis weißen Blüten, die meist zu dritt in den Blattachseln stehen. Die Blüten besitzen keine klassischen Blütenblätter, sondern zahlreiche lange Staubfäden, die ihnen ein puschelig-weiches Aussehen verleihen – ein charakteristisches Merkmal der Myrtenfamilie. Die Hauptblütezeit liegt im Sommer bis Herbst, kann aber je nach Klima und Standort variieren. In mitteleuropäischer Kultur zeigt sich die Blüte meist bei älteren, etablierten Bäumen, die optimale Wachstumsbedingungen genießen.
Nach der Bestäubung entwickeln sich kleine, holzige Kapselfrüchte, die Samen enthalten. In Kübelkultur und kühleren Klimazonen ist die Fruchtbildung seltener, da die Pflanzen oft nicht die nötige Reife oder die perfekten Bedingungen erreichen. Die Blüten sind dennoch eine wertvolle Nektar- und Pollenquelle für Bienen und andere Insekten, besonders in Zeiten, in denen wenig andere Pflanzen blühen. Für die Floristik sind vor allem die juvenilen, runden Blätter interessant – sie werden frisch oder getrocknet für Sträuße und Dekorationen verwendet.
❄️ Überwinterung
Die Überwinterung von Eucalyptus gunnii hängt stark von deinem regionalen Klima ab. Dieser Eukalyptus zählt zu den winterhärteren Arten und verträgt Fröste bis etwa -12 bis -15 °C, wobei kurzzeitige tiefere Temperaturen Schäden an Blättern und Trieben verursachen können. In milden Weinbauregionen und geschützten Stadtlagen kannst du etablierte Bäume ganzjährig im Freien lassen. Wähle dafür einen warmen, geschützten Standort an einer Südwand, mulche den Wurzelbereich dick mit Rindenmulch oder Laub und umwickle junge Pflanzen bei strengem Frost mit Vlies oder Schilfmatten.
In kälteren Regionen oder bei Kübelkultur ist eine frostfreie bis kühle Überwinterung im Gebäude die sicherere Wahl. Ideal ist ein heller, unbeheizter Wintergarten, ein Kalthaus oder ein kühles Treppenhaus mit Temperaturen zwischen 5 und 12 °C. Gieße während der Winterruhe nur sporadisch – etwa alle 10-14 Tage –, um die Wurzeln vor dem Austrocknen zu schützen, aber vermeide Staunässe. Ab März kannst du die Wassergaben langsam steigern und den Eukalyptus ab Mai wieder ins Freie stellen. Weitere Details zur Überwinterung von Kübelpflanzen findest du in unserem ausführlichen Ratgeber.
💨 Luftfeuchtigkeit
Luftfeuchtigkeitsbedarf: Eucalyptus gunnii ist an das gemäßigt-kühle Klima Tasmaniens angepasst, wo moderate Luftfeuchtigkeit herrscht. Im Gegensatz zu vielen tropischen Exoten kommt er mit durchschnittlicher Zimmerluftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 % gut zurecht und benötigt keine speziellen Maßnahmen zur Luftbefeuchtung. Im Freiland und im Wintergarten reguliert sich die Luftfeuchtigkeit ohnehin natürlich.
Zimmerkultur: Wenn du deinen Eukalyptus im Winter im beheizten Wohnraum hältst, kann die trockene Heizungsluft zu leichtem Einrollen der Blattränder führen. In diesem Fall hilft es, die Pflanze gelegentlich mit kalkarmem Wasser zu besprühen oder auf einem mit Wasser gefüllten Untersetzer mit Kieselsteinen zu platzieren, sodass der Topfboden nicht direkt im Wasser steht. Generell bevorzugt Eucalyptus gunnii aber eine kühlere Überwinterung mit natürlich höherer Luftfeuchtigkeit, statt warmer, trockener Räume.
Luftzirkulation: Wichtiger als hohe Luftfeuchtigkeit ist eine gute Luftzirkulation. Eucalyptus gunnii mag frische, bewegte Luft und reagiert empfindlich auf stickige, stehende Raumluft. Sorge dafür, dass deine Pflanze nicht in einer schlecht belüfteten Ecke steht, sondern regelmäßig frische Luft abbekommt – im Sommer durch offene Fenster oder Aufenthalt im Freien, im Winter durch regelmäßiges Lüften des Winterquartiers.
🐛 Schädlinge & Krankheiten
Häufige Schädlinge
Eucalyptus gunnii ist dank seiner ätherischen Öle relativ widerstandsfähig gegen Schädlinge, kann aber unter suboptimalen Bedingungen von folgenden Schädlingen befallen werden:
- Spinnmilben: Erkennbar an feinen Gespinsten zwischen den Blättern und kleinen gelblichen Punkten auf der Blattoberseite. Besonders bei trockener Zimmerluft und Wassermangel. Besprühe die Pflanze regelmäßig mit Wasser und erhöhe die Luftfeuchtigkeit. Bei starkem Befall helfen Neemöl-Präparate.
- Schildläuse: Kleine, braune, schuppige Insekten, die an Blattunterseiten und Stängeln saugen. Sie sondern klebrigen Honigtau ab, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln können. Entferne Schildläuse mechanisch mit einem feuchten Tuch oder einer weichen Bürste und behandle bei Bedarf mit Schmierseifenlösung.
- Wollläuse: Weiße, watteähnliche Gebilde in Blattachseln und an Trieben. Wollläuse schwächen die Pflanze durch Saugen. Tupfe befallene Stellen mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen ab oder verwende biologische Präparate auf Rapsölbasis.
Pilzkrankheiten
- Wurzelfäule: Entsteht durch anhaltende Staunässe und zeigt sich durch welke, gelbe Blätter trotz feuchtem Substrat. Der Wurzelballen riecht modrig und ist dunkel verfärbt. Topfe die Pflanze sofort um, entferne faulende Wurzelteile und verwende frisches, gut drainiertes Substrat. Reduziere die Wassergaben deutlich.
- Blattfleckenkrankheit: Braune oder schwarze Flecken auf den Blättern, oft mit gelbem Hof, verursacht durch Pilzinfektionen bei zu hoher Luftfeuchtigkeit und schlechter Luftzirkulation. Entferne befallene Blätter, verbessere die Belüftung und vermeide Überkopfbewässerung.
- Stammfäule: Seltener, aber ernst zu nehmen – erkennbar an weichen, dunklen Stellen am Stamm. Meist durch Verletzungen oder Frostschäden verursacht, die als Eintrittspforte für Pilze dienen. Schneide befallene Bereiche großzügig zurück und behandle die Schnittstelle mit Wundverschlussmittel.
Vorbeugung
Die beste Vorbeugung gegen Schädlinge und Krankheiten ist eine optimale Pflege. Achte auf einen sonnigen Standort mit guter Luftzirkulation, vermeide Staunässe und gieße bedarfsgerecht. Kontrolliere deine Pflanze regelmäßig auf erste Anzeichen von Befall – je früher du reagierst, desto einfacher ist die Bekämpfung. Halte Schnittwerkzeuge sauber und desinfiziert, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. Bei Neuzugängen ist eine kurze Quarantäne sinnvoll, bevor du sie zu deinen anderen Pflanzen stellst.
Bekämpfung
Bei leichtem Befall reicht oft das Abwischen mit Seifenlauge oder das Abspritzen mit einem harten Wasserstrahl. Bewährte biologische Mittel sind Neemöl, Schmierseife oder Rapsölpräparate, die du im wöchentlichen Abstand mehrfach anwendest, um auch nachschlüpfende Larven zu erfassen. Chemische Mittel solltest du nur in extremen Fällen einsetzen und dabei auf Präparate zurückgreifen, die für Zimmerpflanzen und Nutzgärten zugelassen sind. Beachte die Anwendungshinweise des Herstellers und behandle auch die Pflanzennachbarn, um eine Ausbreitung zu verhindern.
✂️ Rückschnitt & Formschnitt
Zeitpunkt: Der beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt ist das späte Frühjahr, kurz bevor die Pflanze in die Hauptwachstumsphase startet. Zu diesem Zeitpunkt sind eventuelle Frostschäden aus dem Winter gut erkennbar, und du kannst beschädigte Triebe gleich mit entfernen. Vermeide Schnitte im Herbst oder Winter, da frische Schnittwunden anfälliger für Frostschäden sind.
Was schneiden: Eucalyptus gunnii ist extrem schnittverträglich und treibt auch aus altem Holz kräftig wieder aus – eine Eigenschaft, die in der Forstwirtschaft als „Coppicing" bekannt ist. Du kannst tote, beschädigte oder kreuzende Äste entfernen, um die Krone luftig zu halten. Bei jungen Pflanzen entscheidest du, ob du einen Hochstamm mit einem zentralen Leittrieb oder einen mehrstämmigen Busch bevorzugst – für die buschige Form schneidest du den Haupttrieb auf die gewünschte Höhe zurück, woraufhin sich mehrere Seitentriebe entwickeln.
Formschnitt: Wenn du besonders viele der dekorativen, silbrig-blauen juvenilen Blätter möchtest, kannst du die Pflanze regelmäßig stark zurückschneiden. Dieser „Verjüngungsschnitt" regt die Bildung neuer, junger Triebe mit den charakteristischen runden Blättern an – ideal für die Floristik. Schneide dafür alle Triebe auf etwa 30-50 cm Länge zurück. Ältere Bäume, die zu groß werden, lassen sich problemlos auf die gewünschte Höhe einkürzen.
Werkzeug & Sicherheit: Verwende eine scharfe, saubere Gartenschere für dünne Triebe und eine Astschere oder Säge für dickere Äste. Desinfiziere das Werkzeug vor dem Schnitt mit Alkohol, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. Trage bei größeren Schnittarbeiten Handschuhe, da die ätherischen Öle bei empfindlichen Personen Hautreizungen verursachen können. Schneide stets schräg, damit Regenwasser gut ablaufen kann und die Schnittstelle schneller verheilt.
⚠️ Typische Pflegefehler
- Staunässe: Eucalyptus gunnii reagiert empfindlich auf dauerhaft nasse Wurzeln. Du erkennst Staunässe an gelben Blättern, die trotz feuchtem Substrat welken, und einem modrigen Geruch aus dem Topf. Verbessere die Drainage, topfe bei Bedarf um und gieße künftig sparsamer.
- Zu wenig Licht: Bei Lichtmangel bildet der Eukalyptus längliche, hellgrüne Triebe mit weniger intensivem Blauton und größeren Blattabständen. Stelle die Pflanze an einen vollsonnigen Standort – am besten direkt an ein Südfenster oder ins Freie.
- Zu warme Überwinterung: In zu warmen Räumen pausiert der Eukalyptus nicht richtig und wird geschwächt. Ideale Wintertemperaturen liegen zwischen 5 und 12 °C. Wähle ein kühles Winterquartier wie Treppenhaus oder Kalthaus statt beheizter Wohnräume.
- Überdüngung: Zu viel Dünger führt zu weichem, frostanfälligem Wachstum mit hellgrünen, übergroßen Blättern. Halte dich an die empfohlenen Düngergaben und dünge eher etwas weniger als zu viel – Eucalyptus ist genügsam.
- Zu seltenes Umtopfen: Junge Eukalyptusbäume wachsen sehr schnell und benötigen jährlich frisches Substrat und einen größeren Topf. Erkennst du Wurzeln, die aus den Drainagelöchern wachsen, ist es höchste Zeit zum Umtopfen.
- Frostschäden ignorieren: Nach strengen Frösten kann Eucalyptus gunnii braune, vertrocknete Blätter oder Triebspitzen zeigen. Schneide beschädigte Teile im Frühjahr zurück – die Pflanze treibt in der Regel aus dem Stamm oder der Basis wieder aus.
- Trockene Luft im Winter: In beheizten Räumen kann trockene Luft zu Spinnmilbenbefall führen. Besprühe die Pflanze regelmäßig oder wähle ein kühleres Winterquartier mit natürlich höherer Luftfeuchtigkeit.
📅 Pflegekalender
Der folgende Pflegekalender gibt dir einen Überblick über die wichtigsten Pflegemaßnahmen für Eucalyptus gunnii im Jahresverlauf. Passe die Empfehlungen an dein lokales Klima und die individuellen Bedingungen deiner Pflanze an.
| Jahreszeit | Pflegemaßnahmen |
|---|---|
| Frühjahr (März–Mai) |
Rückschnitt bei Bedarf durchführen, Frostschäden entfernen. Umtopfen junger Pflanzen in größeren Topf. Langzeitdünger einarbeiten oder mit löslichem Dünger beginnen (wöchentlich). Wassergaben langsam steigern. Ab Mai ins Freie stellen (nach Eisheiligen). |
| Sommer (Juni–August) |
Regelmäßig gießen (alle 4-6 Tage bei Kübelpflanzen), Substrat zwischen Wassergaben leicht antrocknen lassen. Löslichen Dünger wöchentlich verabreichen. Vollsonnigen Standort sicherstellen. Bei Langzeitdünger 3 Monate: zweite Gabe im Juni/Juli nachlegen. Auf Schädlinge kontrollieren. |
| Herbst (September–November) |
Düngung einstellen (spätestens Ende August). Optional: Kaliumbetonten Herbstdünger zur Frosthärtung ausbringen (September/Oktober). Wassergaben reduzieren. Kübelpflanzen vor ersten Frösten ins Winterquartier bringen. Freilandpflanzen in kalten Regionen mit Vlies schützen, Wurzelbereich mulchen. |
| Winter (Dezember–Februar) |
Kühle Überwinterung bei 5-12 °C in hellem Winterquartier. Nur sporadisch gießen (alle 10-14 Tage), Staunässe vermeiden. NICHT düngen. Bei Freilandpflanzen Winterschutz kontrollieren und bei Bedarf erneuern. Regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren, Luftzirkulation sicherstellen. |
Praxis-Beispiel: Eucalyptus gunnii in der Anwendung
Ausgangssituation:
Ein Kunde aus Landshut hat seinen Eucalyptus gunnii vor vier Jahren bei uns gekauft – damals etwa 120 cm hoch. Er suchte eine schnellwachsende, winterharte Pflanze für seinen geschützten Innenhof mit Südausrichtung, die als Sichtschutz dienen sollte.
Maßnahmen:
Wir empfahlen ihm einen vollsonnigen Standort direkt an der Hauswand und regelmäßige Pflege. Er gießt während der Sommermonate alle 5-6 Tage durchdringend und düngt von April bis August wöchentlich mit löslichem Palmendünger. Im Winter überwintert er den Eukalyptus in seinem unbeheizten Treppenhaus bei etwa 8 °C. Jährlich im Frühjahr topft er in einen größeren Kübel um. Um die buschige Form zu fördern, schneidet er die Pflanze regelmäßig zurück und verwendet die silbrigen Triebe für Blumensträuße.
Ergebnis:
Heute steht der Eukalyptus bei über 4 Metern Höhe und bildet einen dichten, immergrünen Sichtschutz im Innenhof. Die Pflanze ist extrem vital, treibt jedes Jahr kräftig aus und zeigt das typische silbrig-blaue Laub in voller Pracht. Selbst strenge Winter mit Temperaturen bis -14 °C hat der Baum mit nur geringen Blattschäden überstanden. Bei einem Besuch in unserem Ladengeschäft in Rogging berichtete der Kunde begeistert, dass sein Eucalyptus gunnii mittlerweile zum Aushängeschild seines Gartens geworden ist und regelmäßig Nachbarn und Besucher beeindruckt.
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